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Belastungseinschätzung aus Sicht des Tieres

01/2017-12/2019

Das Drittmittelprojekt wird im Rahmen der BfR-Forschung zu Alternativmethoden zum Tierversuch durchgeführt.

Förderkennzeichen der DFG: LE2356/5-1

Internetseite des Drittmittelprojektes: http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/321137804?language=de

Beschreibung des Projektes:

Die Beurteilung der Belastung im Tierversuch ist sowohl aus ethischer als auch aus biomedizinischer Sicht ein komplexes Unterfangen. Die Interpretation von Verhaltensdaten und von physiologischen Parametern im Zusammenhang mit tierlichem Wohlergehen ist nicht immer eindeutig; anstelle valider wissenschaftlicher Kriterien tritt mitunter ein „Bauchgefühl“ des beurteilenden Menschen. Stattdessen gilt es, die Perspektive der Tiere selbst zu berücksichtigen, indem bei der Belastungseinschätzung auch die Wahrnehmung der betroffenen Individuen einbezogen wird. Tiere können in Wahl- und Präferenzversuchen gefragt werden, wie sie verschiedene Ressourcen beurteilen. Allerdings bedeutet die Bevorzugung eines Gutes gegenüber einem anderen nicht zwangsläufig, dass ein Tier leidet, wenn es am Zugang zum präferierten Gut gehindert wird. Ebenso wenig kann die Beurteilung der Belastung durch eine bestimmte experimentelle Prozedur direkt aus der Tatsache abgeleitet werden, dass ein Tier diese Prozedur lieber nicht erdulden würde, wenn es die Wahl hätte. Um die Wertigkeit der durch die Tiere getroffenen Wahlen besser verstehen zu können, besteht der dringende Bedarf, aussagekräftigere Präferenztests zu entwickeln, die es erlauben, die Stärke der jeweiligen Präferenz messbar zu machen. Dazu können experimentell Kosten erhoben werden, die mit den Wahlentscheidungen verbunden sind. Ein solcher auf der Verbrauchertheorie basierender Ansatz wird in diesem Projekt eingesetzt, um Mäuse bezüglich der subjektiven Belastungswahrnehmung von Tierversuchen zu befragen. In der gängigen Praxis können Tiere jedoch nicht frei entscheiden, ob sie an bestimmten Versuchen teilnehmen wollen oder nicht. Es wird angenommen, dass insbesondere belastende Tierversuche den emotionalen Status der Tiere verändern. Zwar sind Änderungen interner emotionaler Zustände nicht immer offensichtlich, sie können jedoch experimentell sichtbar gemacht werden. Hierzu wurden vor Kurzem Verfahren entwickelt, mit dem die erfahrungsbasierte Erwartungsvalenz („cognitive bias“) analysiert werden kann. Die Tiere werden dabei zunächst konditioniert, verschiedene Reize (z. B. Gerüche oder Töne) jeweils mit einer Belohnung oder einer Bestrafung zu assoziieren. Bei der Präsentation intermediärer Reize reagieren die Tiere abhängig vom internen emotionalen Zustand so, als ob sie eine Belohnung oder eine Bestrafung erwarten. Im Rahmen dieses Projektes sollen diese Verfahren für Mäuse weiterentwickelt werden, um interne emotionale Zustände in die umfassende Beurteilung von Belastungen im Tierversuch einbeziehen zu können. Die hier vorgeschlagenen Methoden erlauben insgesamt eine Belastungsanalyse aus Sicht der Tiere, indem Erwartungsvalenz und Präferenzen einbezogen werden.

Projektpartner:

  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Universität Zürich
  • Universitätsklinikum Aachen
  • Deutsches Primatenzentrum Göttingen
  • Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim
  • Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf
  • Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Universität Rostock


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