Einfluss von Bioziden auf die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen bei Escherichia coli (BiozAR)

04/2020-03/2022

Förderprogramm / Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Förderkennzeichen: 01KI1907

Internetseite des Drittmittelprojektes: -

Beschreibung des Projektes:

In dem geplanten Forschungsvorhaben BiozAR werden Daten zur Empfindlichkeit des zoonotischen und fakultativ pathogenen Bakteriums E. coli gegenüber häufig im Krankenhaus und entlang der Lebensmittelkette verwendeten Desinfektionsmitteln und Antiseptika erhoben. Vergleichende Untersuchungen von Isolaten aus unterschiedlichen Subpopulationen (Isolate von kolonisierten Tieren, Lebensmitteln sowie ambulant und nosokomial erworbene Humanisolate) geben Aufschluss über mögliche gruppenspezifische Empfindlichkeitsmuster. Korrelationsanalysen sollen Zusammenhänge zwischen verminderter Biozidempfindlichkeit und vermehrter Antibiotikaresistenz aufklären. Durch die im Rahmen des Projektes erhobenen Daten erhalten wir Hinweise darauf, ob durch die Nutzung von Desinfektionsmitteln und Antiseptika eine Selektion auf biozidtolerante E. coli erfolgt und inwieweit gleichzeitig eine Koselektion und Anreicherung von Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern und entlang der Lebensmittelkette stattfindet. Mit Hilfe molekularbiologischer Analysen werden wir außerdem Erkenntnisse gewinnen, ob subinhibitorische Biozidkonzentrationen einen Einfluss auf die Mobilisierung resistenzkodierender Plasmide in E. coli haben. Statistische Methoden zur Vorhersage von Phänotypen mittels Genomdaten werden in der Antibiotikaresistenzforschung bereits genutzt. In unserer Studie werden wir untersuchen, ob und inwieweit eine Vorhersage von Biozid-Phänotypen basierend auf publizierten und im Rahmen von BiozAR neu gewonnenen Datensätzen möglich ist.

Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse können Empfehlungen abgeleitet werden, die zukünftig eine optimierte Nutzung von Desinfektionsmitteln bzw. Antiseptika im klinischen Umfeld, aber auch in der Lebensmittelproduktion und Tierhaltung erlauben. Die Entwicklung eines bioinformatischen Tools zur Vorhersage des Biozidtoleranzphänotyps mittels Genomdaten soll perspektivisch den Aufbau einer Biozidtoleranz-Datenbankplattform ermöglichen. Eine solche Datenbank kann zukünftig entscheidende Informationen für die Auswahl geeigneter Desinfektionsstrategien liefern.

Projektpartner:

  • Universitätsklinikum Jena
  • Freie Universität Berlin

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