Entwicklung und Validierung innovativer Methoden zur Rückverfolgbarkeit und Authentifizierung von tierischen Proteinen in Lebens- und Futtermitteln (Animal-ID)

05/2016-04/2019

Das Drittmittelprojekt wird im Rahmen der BfR-Forschung zur Authentizität von Lebensmitteln und Erzeugnissen durchgeführt.

Förderprogramm des BMEL: Innovationsförderung

Förderkennzeichen der BLE: 2816503514

Internetseite des Drittmittelprojektes: -

Beschreibung des Projektes:

Die zoologische Herkunft tierischer Lebensmittel muss für die amtliche Kontrolle überprüfbar sein, insbesondere wenn die Waren aufgrund ihrer Verarbeitung visuell nicht mehr einer Tierart zuzuordnen sind. Dies gilt vor allem im Bereich der Futtermittel, die zum Teil unter extremen Bedingungen, wie großer Hitze und hohem Druck, verarbeitet werden müssen. Diese Art der Verarbeitung macht es für Überwachungsbehörden schwierig, die Echtheit eines Futter- oder Lebensmittels analytisch nachzuweisen. Mithilfe der derzeit zur Verfügung stehenden Methoden können die gesetzlichen Anforderungen deshalb oft nicht oder nur teilweise erfüllt werden. Vor diesem Hintergrund sind neue Verfahren erforderlich.

Im Rahmen des Projektes werden für unterschiedlich prozessierte Lebens- bzw. Futtermittel verschiedene Strategien verfolgt: Um die Lücken der bislang zur Verfügung stehenden Verfahren auf dem Futtermittelsektor zu schließen, ist das Verfahren der Massenspektrometrie in Kombination mit innovativen Verfahren zur Peptid- bzw. Proteinanreicherung die realistischste Alternative. Diese Methode hat gegenüber anderen Verfahren den Vorteil, bis zu zehnmal empfindlicher zu sein. Für weniger prozessierte Lebens- und Futtermittel sind immunologische Schnelltests geeignet. Diese lassen sich im Gegensatz zu den bisherigen Methoden ohne spezifische Expertise und Labor vor Ort innerhalb von rund zehn Minuten durchführen. Im Projektverlauf sollen für die wichtigsten Tierarten in Fleischprodukten wie Rind, Schwein, Pferd, Schaf, Ziege, Huhn, Pute, Gans, Ente sowie Ren, Elch und Hirsch solche immunologischen Schnelltests entwickelt werden.

Verfälschungen von Lebensmitteln tierischen Ursprungs können nicht nur das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher erschüttern, sondern auch ein gesundheitliches Risiko darstellen, wenn z. B., wie im Fall der Übertragung der Rinderkrankheit BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie), Futtermittel in die Nahrungskette gelangen, die mit körpereigenen, in ihrer gesundheitsschädlichen Form vorliegenden Proteinen, sogenannten Prionen, belastet sind. Für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ist es daher von grundlegender Bedeutung, dass die Echtheit von Lebens- und Futtermitteln analytisch überprüfbar ist. Die Ursachen für die Verfälschungen können sowohl in illegalen Praktiken als auch unbeabsichtigten Beimengungen nicht deklarierter Tierbestandteile bestehen.

Teilprojekte des BfR:

Das BfR koordiniert das Projekt und verfolgt folgende Ziele:

Der Schwerpunkt der Arbeiten am Nationalen Referenzlabor für tierisches Protein am BfR im Rahmen des Projektes umfasst die Entwicklung und Optimierung von Protein-Extraktionsverfahren für schwierige Futtermittelmatrices und die anschließende massenspektrometrische (MS) Charakterisierung der Extrakte. Hierdurch sollen abundante oder über Anreicherungsverfahren gezielt selektierbare tierartspezifische Markerpeptide identifiziert werden, welche als Ausgangsbasis für die Entwicklung routinegeeigneter Nachweisverfahren dienen. Da für verarbeitete tierische Proteine bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Milch- oder Eiprotein) in Futtermitteln eine gesetzliche Nulltoleranz gilt, steht dabei in diesem Projektteil die Entwicklung qualitativer MS-Verfahren von höchstmöglicher Sensitivität im Vordergrund.

Projektpartner:

  • Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen
  • Institut für Produktqualität GmbH


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