Fachgruppe Produkthygiene und Desinfektionsstrategien

Die Fachgruppe bewertet gesundheitliche Risiken des Verbrauchers infolge der Exposition gegenüber Keimen in und auf Bedarfsgegenständen und verbrauchernahen Produkten. Dies schließt Hygieneanforderungen und Verfahren zur Prüfung der Wirksamkeit von antimikrobiell ausgerüsteten Produkten und Desinfektionsmitteln ein. Zu den Bedarfsgegenständen zählen unter anderem Materialien und Gegenstände, die in Kontakt mit Lebensmitteln kommen, Gegenstände zur persönlichen Hygiene, Spielwaren, Bekleidung, sowie Reinigungs- und Pflegemittel. Ferner leistet die Fachgruppe Unterstützung im Rahmen von  Antragsverfahren zur Aufnahme von antimikrobiell wirksamen Substanzen in die Empfehlungen des BfR sowie bei Rechtsetzungsvorhaben zur Verwendung von Bioziden in Bedarfsgegenständen und verbrauchernahen Produkten. Innerhalb dieses Themengebietes betreibt die Fachgruppe auch eigene Forschung z.B. zur Resistenzentwicklung von Bakterien in Biofilmen unter der Einwirkung von Bioziden.

In der Fachgruppe ist das Nationale Referenzlabor (NRL) für Listeria monocytogenes angesiedelt. Die Listeriose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die in erster Linie durch verunreinigte Lebensmittel auf den Menschen übertragen wird. In Deutschland werden jährlich mehrere Hundert Lis­teriose-Erkrankungen gemeldet. Im Vordergrund steht die Differenzierung und Feintypisierung von Listeria-Isolaten aus Lebensmitteln sowie Umgebungsproben aus dem Bereich der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Dazu stehen dem Referenzlabor konventionelle mikrobiologische und moderne molekularbiologische Methoden zur Verfügung, die gemäß den Vorgaben der Norm ISO 17025 unter akkreditierten Bedingungen durchgeführt werden. Daneben unterstützt das NRL die Landeslaboratorien bei der Aufklärung von Listeriose-Ausbrüchen, führt Laborvergleichsuntersuchungen durch, bietet Schulungen an und stellt Methoden und wissenschaftliche Stellungnahmen bereit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Identifizierung und Charakterisierung lebensmittelassoziierter hochpathogener Bakterien. Zu diesem Zweck wird in der Fachgruppe ein Hochsicherheitslabor (BSL3) geführt, in dem bakteriologische, serologische und molekularbiologische Nachweismethoden für ausgewählte bakterielle Erreger der Sicherheitsstufe 3 (z.B. Brucella spp.) entwickelt und eingesetzt werden. Im Rahmen der Risikobewertung werden außerdem neuartige Erregervarianten auf ihr Gefährdungspotential hin untersucht. 

Die Fachgruppe arbeitet mit zahlreichen Partnerinstituten, Universitäten und Untersuchungseinrichtungen in verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprogrammen zusammen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in die Arbeit verschiedener Gremien eingebunden (DIN, § 64 LFGB, CEN).

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