Fachgruppe Toxikologie der Wirkstoffe und ihrer Metaboliten

Die Fachgruppe befasst sich vorrangig mit der toxikologischen Bewertung von Pestizidwirkstoffen und Mikroorganismen, die in Pflanzenschutzmitteln oder Biozidprodukten eingesetzt werden.

Im Rahmen der regulatorischen Zulassungs-, Genehmigungs- und Bewertungsverfahren für Pestizide als Amtsaufgabe nach Pflanzenschutz- und Chemikaliengesetz entsprechend der PSM-VO und Biozid-VO sowie der Festsetzung und Überprüfung von Rückstandshöchstgehalten (RHG) sind die Pestizidwirkstoffe und deren Metaboliten hinsichtlich folgender Arbeitsschwerpunkte regelmäßig zu bewerten:

  • Toxikokinetik/Metabolismus
  • Akute Toxizität, Haut- und Augenreizung, Sensibilisierung
  • Subchronische Toxizität
  • Chronische Toxizität/Kanzerogenität
  • Genotoxizität
  • Reproduktionstoxizität, Entwicklungstoxizität
  • Neurotoxizität, Immunotoxizität und endokrine Eigenschaften
  • Toxizität von Metaboliten
  • Beobachtungen am Menschen

Im Ergebnis der Bewertung werden für die Wirkstoffe toxikologische Grenzwerte abgeleitet, bei deren Einhaltung keine gesundheitliche Beeinträchtigung der exponierten Personen zu erwarten ist:

  • ADI (Acceptable Daily Intake): Grenzwert für die Langzeit-Exposition des Verbrauchers über Lebensmittel
  • ARfD (Acute Reference Dose): Grenzwert für die akute Exposition des Verbrauchers über Lebensmittel
  • AOEL (Acceptable Operator Exposure Level) bzw. AEL (Acceptable Exposure Level): Grenzwert für die Exposition des Anwenders und unbeteiligte Dritte

Zudem wird eine Einstufung und Kennzeichnung des Wirkstoffes hinsichtlich seiner toxikologischen Eigenschaften vorgeschlagen.

Metaboliten dieser Wirkstoffe werden auf ihre toxikologische Relevanz im Boden, im Grundwasser sowie in Rückständen von pflanzlichen und tierischen Lebensmittel bewertet.

Weitere zentrale Aufgaben der Fachgruppe sind die wissenschaftliche Beratung in Fragen zur toxikologischen Bewertung von Pestiziden sowie die Beteiligung an der Erstellung und Fortentwicklung von Prüfmethoden sowie Prüf- und Bewertungsstrategien und technischen Leitfäden der EU oder der OECD, in denen die Vorgehensweise bei der toxikologischen Risikobewertung geregelt wird.

Außerdem ist die Fachgruppe an Forschungsaktivitäten mit den Schwerpunkten der Unterstützung regulatorischer Verfahren, insbesondere auf den Gebieten von „Kombinationswirkungen“ und „dermale Absorption“ beteiligt.

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