Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten

Aktualisierte FAQ des BfR vom 13. Dezember 2019

Aluminium und seine Verbindungen sind in vielen Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten enthalten. In Lebensmitteln können Aluminiumverbindungen natürlicherweise oder als Bestandteil von Lebensmittelzusatzstoffen enthalten sein. Zudem können Aluminiumionen unter bestimmten Bedingungen aus Lebensmittelverpackungen oder Geschirr auf die Lebensmittel übergehen.

Neben Lebensmitteln stellen kosmetische Mittel, z.B. aluminiumhaltige Antitranspirantien und Zahnpasten mit sogenanntem „Whitening-Effekt“, eine bedeutende Aufnahmequelle dar. Zudem können Aluminiumverbindungen auch als Farbpigmente in Lippenstiften, in Form von Aluminiumfluorid in Zahnpasta oder als Beschichtung von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln enthalten sein.

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) werden häufig Fragen zu möglichen gesundheitlichen Risiken durch Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten gestellt. Vor diesem Hintergrund hat das Institut die wichtigsten Informationen zum Thema zusammengefasst.

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Was ist Aluminium?

Aluminium ist ein Leichtmetall, das als dritthäufigstes Element in der Erdkruste vorkommt. Zudem wird es beispielsweise durch industrielle Prozesse oder Oxidation von Aluminiumbauteilen in die Umwelt freigesetzt.

Auf welchen Wegen erfolgt die Aufnahme von Aluminium?

Der Mensch nimmt Aluminium über Lebensmittel und Trinkwasser, aber auch über aluminiumhaltige Verbraucherprodukte wie Geschirr oder Lebensmittelverpackungen, kosmetische Mittel wie aluminiumhaltige Antitranspirantien, Lippenstifte und Sonnencreme oder Arzneimittel in den Körper auf.

Welche gesundheitlichen Risiken können mit der Aufnahme von Aluminium verbunden sein?

Bei der Betrachtung des Gefährdungspotenzials von Aluminium stehen Wirkungen auf das Nervensystem, auf die geistige und motorische Entwicklung von Nachkommen sowie Schädigungen der Niere und der Knochen im Vordergrund.

Bei der Aufnahme über die Nahrung ist die akute Toxizität von Aluminium gering. Bei gesunden Menschen wird der größte Teil des aufgenommenen Aluminiums über die Nieren ausgeschieden. Bei Menschen mit Nierenerkrankungen, insbesondere chronischer Niereninsuffizienz, funktioniert dieser Ausscheidungsweg jedoch nicht ausreichend gut, so dass es zu Anreicherungen im Körper kommen kann. Aber auch bei gesunden Menschen kann sich das Leichtmetall bei häufiger und regelmäßiger Aufnahme im Körper, vor allem im Skelettsystem, den Muskeln, der Niere, der Leber und dem Gehirn, anreichern. Einmal im Körper „eingelagertes“ Aluminium wird nur sehr langsam wieder ausgeschieden.

Warum ist Aluminium in Lebensmitteln enthalten?

Da Aluminium natürlicherweise als dritthäufigstes Element in der Erdkruste vorkommt, kann es bereits in unverarbeiteten Lebensmitteln enthalten sein. Außerdem werden einige Aluminiumverbindungen als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet. Eine weitere Quelle sind Lebensmittelverpackungen oder Kochgeschirr aus Aluminium, aus denen Aluminiumionen in Lebensmittel übergehen können.

In welchen Mengen kommt Aluminium in Lebensmitteln vor?

Nach einer aktuellen Studie des BfR enthalten verarbeitete als auch verzehrsfertige Lebensmittel durchschnittlich weniger als 5 Milligramm (mg) Aluminium pro Kilogramm (kg) Frischmasse. Gehalte über 20 mg/kg Frischmasse weisen nur wenige Lebensmittel auf. Es ist zu beachten, dass auch geringer belastete Produkte zur hohen Aufnahmen im Körper führen können, wenn viel davon verzehrt wird.

Nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher gesundheitlich bedenkliche Aluminiummengen auf?

Das BfR hat 2019 erstmals die Gesamt-Aluminiumaufnahme der Bevölkerung in Deutschland abgeschätzt (https://www.bfr.bund.de/cm/343/reduzierung-der-aluminiumaufnahme-kann-moegliche-gesundheitsrisiken-mindern.pdf). Dabei wurden Lebensmittel, kosmetische Mittel, Lebensmittelkontaktmaterialen und Medikamente einbezogen. Zudem wurde der Anteil der verschiedenen Aluminiumquellen für die Gesamtaluminiumbelastung der Bevölkerung gesundheitlich bewertet.

Die Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere Jugendliche und Erwachsene, schöpfen im Durchschnitt über Lebensmittel bereits die Hälfte der duldbaren wöchentlichen Aufnahmemenge (TWI) von 1 mg Aluminium je kg Körpergewicht aus. Kommen dann noch Beiträge aus Kosmetika oder Lebensmittelkontaktmaterialien hinzu, kann dieser gesundheitliche Richtwert deutlich überschritten werden.

Was kann ich selbst tun, um die Aufnahme von Aluminium zu vermindern?

Für Lebensmittel lässt sich das potentielle Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher verringern, wenn bei der Auswahl von Lebensmitteln die generelle Empfehlung zu Abwechslung und Vielfalt berücksichtigt wird. Auf diese Weise lassen sich einseitige Belastungen mit den verschiedensten potenziell gesundheitsgefährdenden Stoffen, mit deren vereinzeltem Vorkommen in Lebensmitteln gerechnet werden muss, vorbeugen.

Die individuelle Aluminium-Aufnahme über Kosmetika kann vor allem gesenkt werden, indem möglichst keine aluminiumhaltigen Antitranspirantien verwendet werden. Zudem sollten solche Produkte nicht auf geschädigte Haut (beispielsweise direkt nach einer Rasur oder bei Sonnenbrand) aufgebracht werden. Als Alternative können auch Deodorantien verwendet werden. Diese enthalten keine Aluminiumsalze und können deshalb nicht das Schwitzen selbst verhindern sondern sollen lediglich für einen angenehmeren Geruch sorgen. Wer auf die schweißhemmende Wirkung nicht verzichten möchte, kann inzwischen auch auf aluminiumfreie Antitranspirantien zurückgreifen.

Generell sollte die Auswahl von Lebensmitteln und Kosmetika abwechslungsreich sein. Auf diese Weise lassen sich einseitige Belastungen durch hohe Aluminiumgehalte in einzelnen Produkten reduzieren.

Aluminiumhaltige Antitranspirantien und weißende Zahnpasten tragen erheblich zur Gesamtmenge an aufgenommenem Aluminium bei. Durch die reduzierte Verwendung dieser Produkte oder einen Verzicht kann die Aluminiumbelastung deutlich gesenkt werden.

Die Aluminiumaufnahme, bedingt durch den unsachgemäßen Gebrauch von Alufolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichteten Alu-Menüschalen und -Geschirr, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher vermeidbar. Mit Blick auf die erhöhte Löslichkeit von Aluminium unter dem Einfluss von Säure und Salz sollten diese Produkte insbesondere nicht mit sauren oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen, d.h. Alufolie sollte nicht für das Einwickeln von sauren oder salzigen Lebensmitteln verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise auch aufgeschnittene Äpfel, Tomaten, Rhabarber, Salzhering, mariniertes Fleisch oder Käse. Zum Grillen sind wiederverwendbare Schalen bspw. aus Edelstahl zu bevorzugen.

Was ist bei Säuglingen und Kleinkindern zu beachten?

Gestillte Säuglinge nehmen wesentlich geringere Mengen an Aluminiumsalzen auf als nicht gestillte, denn Säuglingsanfangs- und -folgenahrung weist im Mittel deutlich höhere Aluminiumgehalte auf als Muttermilch. Speziell adaptierte, beispielsweise sojabasierte, lactosefreie oder hypoallerge Säuglingsnahrung kann noch einmal deutlich höhere Mengen an Aluminium enthalten. Das BfR rät, wenn möglich, Säuglinge bis zum sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen und dann mit normaler Kost zuzufüttern.

Auch aus Impfstoffen nehmen Säuglinge und Kleinkinder Aluminium auf. Impfungen haben jedoch einen hohen gesundheitlichen Nutzen, sowohl für das Individuum als auch für die Gesamtbevölkerung. Klinische und epidemiologische Studien zeigen zudem, dass die Aluminiumexposition durch Impfstoffe als gesundheitlich unbedenklich einzuschätzen ist. Zu den Wirkungen bzw. Nebenwirkungen von Impfstoffe verweist das BfR an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bzw. das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sowie das Robert Koch Institut (RKI).

Was sollten junge Frauen beachten?

Junge Frauen können über Kosmetikprodukte hohe Mengen an Aluminium aufnehmen. Da Aluminium sehr lange im Körper gespeichert werden kann und auch plazentagängig ist, könnten bei einer Schwangerschaft die ungeborenen Kinder ebenfalls einer erhöhten Konzentration an Aluminium ausgesetzt sein. Jede Aluminiumaufnahme aus einer vermeidbaren Expositionsquelle über einen längeren Zeitraum sollten junge Frauen aus Sicht des BfR daher kritisch abwägen.

Über welche Lebensmittel nehmen Erwachsene in Deutschland am meisten Aluminium auf?

Die Lebensmittelgruppen mit den höchsten Einzelbeiträgen sind Instant-Tee-Getränke (mit einem Anteil von 11 % an der Gesamtaufnahme aus Lebensmitteln), gemischte Rohkostsalate (8 %), Teegetränke (7 %) sowie Kakao- und Schokoladenerzeugnisse (6 %) sowie Mehrkornbrot bzw. -brötchen (4 %). Dennoch machen die genannten Lebensmittelgruppen in Summe nur 36 % der Gesamtaufnahmemenge aus. Die restlichen 64 % werden über eine Vielzahl verschiedener Lebensmittel aufgenommen.

Zu welchem Zweck werden Aluminiumverbindungen als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet?

Lebensmittelzusatzstoffe sind dazu bestimmt, Lebensmitteln zugesetzt zu werden, um ihre Beschaffenheit zu beeinflussen oder bestimmte Eigenschaften oder Wirkungen zu erzielen.

So ist zum Beispiel elementares Aluminium in Lebensmitteln ausschließlich für Überzüge von Zuckerwaren für die Dekoration von Kuchen und feinen Backwaren zugelassen. Es darf hierbei nur so viel Aluminium eingesetzt werden, wie für die gewünschte Wirkung unbedingt notwendig ist („Quantum satis“). Ferner dürfen bestimmte Lebensmittelfarbstoffe auch als Aluminiumlacke bei der Herstellung bestimmter Lebensmittel verwendet werden.

Zudem sind verschiedene aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe zu bestimmten technologischen Zwecken für bestimmte Lebensmittel zugelassen.

Durch die Verordnung (EU) Nr. 380/2012 der Kommission vom 3. Mai 2012 zur Änderung von Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der für aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe geltenden Verwendungsbedingungen und -mengen wurde die Verwendung von aluminiumhaltigen Lebensmittelzusatzstoffen eingeschränkt.

Warum kann Aluminium aus Verpackungen oder Geschirr auf das Lebensmittel übergehen?

Aluminium ist unter dem Einfluss von Säure oder Salz löslich. Aus diesem Grund werden Verpackungen und Behälter für Lebensmittel wie Getränkedosen, Joghurtbecherdeckel oder Aluminiumtanks für Fruchtsäfte auf der Innenseite beschichtet, um einen Übergang von Aluminiumionen auf das Lebensmittel zu verhindern.

Aluminium kann aus Aluminiumfolie und unbeschichteten Aluminiumschalen in säure- und salzhaltige Lebensmittel übergehen. Das BfR empfiehlt deswegen zum Erhitzen, Warmhalten und Aufbewahren säurehaltiger oder salziger Speisen beschichtete Aluminiumschalen  zu verwenden. Aluminiumfolien sind nicht für das Aufbewahren und Erhitzen sowie Warmhalten von säurehaltigen oder salzhaltigen Lebensmitteln und Speisen geeignet und bestimmt.

Gibt es einen Aluminium-Grenzwert für Geschirr, Kochtöpfe, etc., die in Kontakt mit Lebensmitteln kommen?

Entscheidend ist nicht das bloße Vorhandensein von Aluminium in verbrauchernahen Produkten, sondern wieviel Aluminium aus den Produkten in das Lebensmittel übergeht und damit vom Körper aufgenommen werden kann. Für Gegenstände, die aus Metallen oder Legierungen bestehen, gibt es eine Resolution des Europarates, die für Aluminium einen Freisetzungsgrenzwert von 5 mg pro kg Lebensmittel vorsieht. Resolutionen haben lediglich empfehlenden Charakter und enthalten keine verbindlichen gesetzlichen Grenzwerte. Für die Freisetzung von Aluminium aus keramischen Gegenständen gibt es in der EU ebenfalls keinen spezifischen Grenzwert. Für jedes Material gilt jedoch die Vorgabe der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, dass Lebensmittelkontaktmaterialien keine Stoffe in Mengen an Lebensmittel abgeben dürfen, die geeignet wären, die menschliche Gesundheit zu beeinträchtigen. In Abwesenheit spezifischer Grenzwerte muss eine toxikologische Einzelfallprüfung durchgeführt werden.

Ist beim Erhitzen von Lebensmitteln auf Alu-Schalen der Übergang von Aluminium in das Lebensmittel möglich?

Der Übergang von Aluminium aus der Schale in das Lebensmittel ist möglich, wenn es sich um eine unbeschichtete Aluminiumschale handelt. Die Menge hängt jedoch von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise dem Salz- oder Säuregehalt des Lebensmittels und von Temperatur und Dauer der Lagerung in der Aluminiumschale. Das BfR hat in einem Forschungsprojekt untersucht, ob Aluminiumionen aus unbeschichteten Aluminiummenüschalen in Lebensmittel übergehen können, wenn das Cook & Chill-Verfahren, das oft bei der Außer-Haus-Verpflegung angewendet wird, zum Einsatz kommt. Die Messergebnisse zeigen, dass vor allem beim Warmhalten hohe Mengen an Aluminiumionen aus diesen Menüschalen freigesetzt werden und in die Speisen übergehen können. Weitere Infos zum Projekt erhalten Sie in der Stellungnahme Nr. 007/2017 des BfR vom 29. Mai 2017 unter http://www.bfr.bund.de/cm/343/unbeschichtete-aluminium-menueschalen-erste-forschungsergebnisse-zeigen-hohe-freisetzung-von-aluminiumionen.pdf.

Der Übergang von Aluminium auf Lebensmittel kann z. B. durch Verwendung beschichteter Aluminiumschalen beim Cook & Chill-Verfahren bzw. Verwendung von Menüschalen aus anderen Materialien vermieden werden. Insbesondere für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kinder oder Senioren, die ggf. täglich im Rahmen der Gemeinschafts- oder Außer-Haus-Verpflegung warmgehaltene Speisen aus Aluminiummenüschalen verzehren, ist dies aus Sicht des BfR empfehlenswert.

Worauf sollten Catering-Anbieter und Kunden von diesen bei der Verwendung von Aluminium-Menüschalen achten?

Grundsätzlich gilt, dass Caterer nur solche Verpackungen benutzen dürfen, die für die beabsichtigte Verwendung geeignet und bestimmt sind. Allgemeine Anforderungen an die Sicherheit von Lebensmittelbedarfsgegenständen sind in der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 geregelt. Die Verordnung schreibt u. a. vor, dass diese Materialien und Gegenstände erforderlichenfalls mit besonderen Hinweisen für eine sichere und sachgemäße Verwendung zu kennzeichnen sind.

Das BfR empfiehlt:

  • Cateringfirmen sollten die Verwendungshinweise auf Menüschalen beachten.
  • Cateringfirmen sollten für ihre Speisen Menüschalen aus geeigneten Materialien auswählen. Für den Kontakt mit sauren und salzhaltigen Lebensmitteln gibt es Alternativen wie beschichtete Aluminium-Menüschalen oder Menüschalen aus anderen Materialien.

Wieso werden in Laugenbrezeln immer wieder erhöhte Aluminiumgehalte gemessen, und stellen diese ein Gesundheitsrisiko dar?

Das BfR hatte 2002 empfohlen, den Übergang von Aluminium auf Laugengebäck auf technisch unvermeidbare Werte zu reduzieren. Dazu sollten die technischen Verfahren, die einen erhöhten Übergang von Aluminium auf das Backgut bewirken, wie das Eintauchen der Teiglinge in die Lauge vor dem Backen auf Aluminium-Backblechen, vermieden werden. Überwachungsbehörden stellen dennoch immer wieder Aluminiumgehalte in Laugengebäck von mehr als 10 mg pro Kilogramm Lebensmittel fest. Verbraucher können somit über Brezeln unter Umständen nennenswerte Mengen an Aluminium aufnehmen. Hierbei handelt es sich um eine technisch vermeidbare Expositionsquelle.

Die Berichte aus der Lebensmittelüberwachung zeigen, dass die Empfehlung des BfR, den Übergang von Aluminium auf Laugengebäck auf technisch unvermeidbare Werte zu reduzieren, leider noch nicht vollständig umgesetzt wurde.

In welchen kosmetischen Mitteln kann Aluminium enthalten sein?

Überwiegend werden Aluminiumsalze z. B. als Aluminiumchlorohydrat wegen der schweißhemmenden Wirkung in Antitranspirantien eingesetzt. Aber auch als Beschichtung von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln, als Farbpigment in Lippenstiften und in Form von Aluminiumfluorid in Zahnpasta kann der Stoff zur Anwendung kommen. Hohe Mengen an Aluminium können auch in Zahnpasten mit Weißeffekt enthalten sein.

Was sind Antitranspirantien?

„Antitranspirantien“ sind kosmetische Mittel mit schweißhemmender Wirkung, die als Roll-on, Stick, Creme oder Aerosol zum Sprühen angeboten werden. Im Gegensatz hierzu enthalten Deodorants keine entsprechenden Aluminiumsalze und haben daher keine schweißhemmende Wirkung. Ihr Prinzip beruht auf der Abtötung der schweißzersetzenden Bakterien, die für den unerwünschten Geruch verantwortlich sind. Meist besitzen Antitranspirantien zusätzlich auch Inhaltsstoffe mit desodorierender Wirkung.

Zu welchem Zweck wird Aluminium in Antitranspirantien verwendet?

Aluminiumverbindungen werden aufgrund ihrer schweißhemmenden Wirkung in Antitranspirantien eingesetzt. Diese Wirkung entsteht, da sich die Hautporen durch die entsprechenden Aluminiumsalze zusammenziehen. Zudem bildet sich ein gelartiger Aluminium-Protein-Komplex, der temporär die Ausführgänge der Schweißkanäle blockiert.

In welchen Mengen kommt Aluminium in kosmetischen Mitteln vor?

Nach Angaben der Industrie werden produktabhängig üblicherweise Konzentrationen bis ca. 30 % Aluminiumchlorohydrat in Antitranspirantien eingesetzt. Das entspricht einem maximalen Aluminiumgehalt von etwa 7,5 %. Daten aus der wissenschaftlichen Literatur zeigen mittlere bzw. maximale Gehalte von ca. 2,8 % bzw. 5,8 % Aluminium. Zu anderen kosmetischen Produkten liegen Daten aus der wissenschaftlichen Literatur vor. Demnach können Lippenstifte bis zu etwa 3 %, weißende (abrasive) Zahnpasten bis zu 4,5 % und Sonnencremes bis zu 0,8 % Aluminium enthalten.

Wie viel Aluminium nehmen Verbraucher über die Nutzung von Antitranspirantien auf?

Legt man einen mittleren Aluminiumgehalt in Antitranspirantien von 2,8 % zugrunde (entspricht etwa 11,2 % Aluminiumchlorohydrat), entspricht die auf der Grundlage aktuell verfügbarer Daten abgeschätzte Aluminiumaufnahme in den Körper etwa der Menge, die aufgenommen würde, wenn man oral, beispielsweise über Lebensmittel, ca. 6 mg Aluminium am Tag zu sich nehmen würde. Für einen 60 kg schweren Erwachsenen entspräche dies einer oralen Aufnahme von ca. 0,7 mg pro kg Körpergewicht pro Woche. Für Heranwachsende, die im Allgemeinen ein geringeres Körpergewicht als Erwachsene haben, oder für Verwender von Antitranspirantien mit höheren Aluminiumgehalten (siehe oben) können Aufnahmemengen resultieren, die einer oralen Aufnahme von bis zu 2 mg pro kg Körpergewicht pro Woche entsprechen. Damit könnte die wöchentlich duldbare Aufnahmemenge (TWI) von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht bereits durch die Verwendung aluminiumhaltiger Antitranspirantien auf gesunder Haut ausgeschöpft oder sogar deutlich überschritten sein. Verbraucher, die häufig und regelmäßig aluminiumhaltige Antitranspirantien nutzen, sollten berücksichtigen, dass Aluminium zusätzlich über Lebensmittel, weitere kosmetische Mittel oder aluminiumhaltige Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt wie Kochgeschirr oder Aluminiumfolie aufgenommen werden kann.

Die wöchentliche duldbare Aufnahmemenge (TWI) für Aluminium gibt die Menge Aluminium an, die wöchentlich ein Leben lang aufgenommen werden kann, ohne dass mit unerwünschten gesundheitlichen Effekten gerechnet werden muss. Aus toxikologischer Sicht sollte die wöchentliche Gesamtaufnahmemenge an Aluminium den TWI nicht regelmäßig überschreiten. Um dies zu erreichen, sollte die Gesamtexposition gegenüber Aluminium, zu der nach aktuellem Kenntnisstand insbesondere auch aluminiumhaltige Antitranspirantien und andere aluminiumhaltige kosmetische Mittel beitragen, weiter verringert werden. Dazu könnten auch Risikomanagementmaßnahmen in den Bereichen der Lebensmittelkontaktmaterialien und der kosmetischen Mittel beitragen.

Gibt es auf kosmetischen Mitteln Hinweise, dass Aluminiumverbindungen enthalten sind?

Aluminiumverbindungen müssen als Inhaltsstoffe auf der Verpackung des kosmetischen Mittels aufgeführt werden.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Alzheimer-Krankheit?

Verschiedene Studien versuchten, einen Zusammenhang zwischen der Aluminiumaufnahme und einer Alzheimer-Erkrankung nachzuweisen, konnten aber keine eindeutigen Belege finden. Nach aktuellem Kenntnisstand ist ein solcher Zusammenhang unwahrscheinlich. Eine abschließende Bewertung ist aber aufgrund der uneinheitlichen Datenlage derzeit noch nicht möglich.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von aluminiumhaltigen Antitranspirantien und der Entstehung von Brustkrebs?

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium aus Antitranspirantien und der Entstehung von Brustkrebs konnte wissenschaftlich bisher nicht belegt werden.

In Studien an Mäusen wurden selbst bei hohen Dosen keine Tumore beobachtet.

Indizien für einen möglichen Zusammenhang ergaben sich jedoch aus Studien an Brustkrebs-Patientinnen, deren Brustdrüsengewebe und -sekret höhere Aluminiumgehalte aufwiesen als gesundes Gewebe bzw. Sekret gesunder Frauen. Allerdings ist unklar ob die erhöhten Aluminiumgehalte Ursache oder Folge der Krebserkrankung sind. So waren auch die Gehalte anderer Metalle wie Eisen, Chrom und Nickel erhöht.

Eine epidemiologische Studie fand eine Korrelation zwischen dem Gebrauch aluminiumhaltiger Antitranspirantien und dem Auftreten von Brustkrebs, während zwei andere epidemiologische Studien keine solche Korrelation fanden.

Auch hier ist die Datenlage uneinheitlich und zum Teil widersprüchlich. Es besteht weiterer Forschungsbedarf, aber nach aktuellem Erkenntnisstand stellt der Gebrauch aluminiumhaltiger Antitranspirantien wahrscheinlich keinen Risikofaktor für die Ausbildung von Brustkrebs dar.

Ist es besser, mit oder ohne Aluschale zu grillen?

Auch beim Grillen von Lebensmitteln auf Aluminiumschalen ist ein Übergang von Aluminiumverbindungen in das Grillgut zu erwarten. Andererseits soll die Verwendung von Aluminiumschalen beim Grillen das Abtropfen von Fett in die Glut verhindern und somit die Entstehung krebserregender polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK). In dieser Abwägung ist der Gebrauch von Aluminiumschalen beim Grillen von Fleisch vertretbar. Gesalzen und gewürzt werden sollte allerdings erst am Ende des Grillvorgangs. Alternativen sind Grillschalen aus anderen Materialien wie beispielsweise Edelstahl oder Keramik.

Kann ich Aluminium-Kochtöpfe/Schnellkochtöpfe weiter nutzen?

Solange diese beschichtet sind, ja. Falls nicht, sollten möglichst keine salzigen oder säurehaltigen Lebensmittel wie Apfelmus, Tomatenpüree, Rhabarber oder Salzhering darin zubereitet oder länger darin aufbewahrt werden.

Sollte ich Espressokocher, Espressokapseln oder Thermoskannen aus Aluminium vermeiden?

Bei der ersten Benutzung von Espressokochern aus Aluminium bildet sich eine Schutzschicht, die mögliche Übergänge von Aluminium weitgehend reduziert. Das bestätigen Untersuchungen des BfR. Durch Reinigung in Geschirrspülmaschinen kann diese Schutzschicht jedoch entfernt werden, was zu einem Anstieg der Aluminiumfreisetzung beim folgenden Gebrauch führt. Die Freisetzung bleibt aber auch dann unterhalb des empfohlenen Wertes der Europaratsresolution zu Metallen und Legierungen (5 mg/kg). Im weiteren Gebrauch bildet sich wieder eine Schutzschicht, die den Übergang von Aluminium reduziert. Die Benutzung von Espressokochern aus Aluminium führt nur zu einem geringen Beitrag zur Gesamtexposition gegenüber Aluminiumverbindungen. Aus Sicht des BfR besteht deshalb kein Anlass, von der Verwendung abzuraten. Es ist jedoch empfehlenswert, diese Espressokocher nicht in der Spülmaschine zu reinigen.

Espressokapseln aus Aluminium bzw. mit einer Deckelfolie aus Aluminium sind auf der Innenseite lackiert. Hier ist nicht mit einem Übergang von Aluminium in das Getränk zu rechnen.

Auch für Thermoskannen gilt, dass nach Kenntnis des BfR die mit dem Lebensmittel in Berührung kommenden Teile nicht aus Aluminium bestehen.

Welche wissenschaftlichen Unsicherheiten bestehen derzeit bei der gesundheitlichen Bewertung zum Einsatz von Aluminium in den verschiedenen Produkten?

Es besteht noch immer Forschungsbedarf hinsichtlich der Bewertung der gesundheitlichen Risiken einer regelmäßigen Aufnahme von Aluminium über einen sehr langen Zeitraum.

Bei den Daten zum Vorkommen von Lebensmitteln handelt es sich um eine Pilot-Total Diet Studie. Auch wenn die Ergebnisse im Wesentlichen im Einklang mit vergleichbaren europäischen und internationalen Studien sind, ergeben sich einige Unsicherheiten aufgrund des Pilotcharakters. Zudem fehlen weitere Daten zu Aluminiumkonzentrationen im Körper (interne Exposition) sowie zu den tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut bei regelmäßiger Anwendung von Antitranspirantien. Solche Daten würden die Genauigkeit der Risikobewertung und der vergleichenden Bewertung der verschiedenen Eintragspfade deutlich erhöhen.

Um die tatsächliche Aufnahme über die Haut besser beurteilen zu können, hat die Kosmetik-Industrie eine Studie durchführen lassen, bei der die Aufnahme von Aluminium aus Antitranspirantien unter realistischen Anwendungsbedingungen untersucht wurde. Die Ergebnisse der Studie wurden dem wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (Scientific Committee for Consumer Safety, (SCCS)) zur Bewertung vorgelegt. In diesem Zusammenhang hat die EU-Kommission am 7. März 2017 das SCCS um Aktualisierung seiner im März 2014 veröffentlichten Stellungnahme (SCCS/1525/14) zur „Sicherheit von Aluminium in kosmetischen Mitteln“ unter Berücksichtigung der neuen Daten gebeten (https://ec.europa.eu/health/sites/health/files/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs2016_q_009.pdf). Der ursprüngliche Termin für die Fertigstellung der aktualisierten Stellungnahme (Oktober 2017) wurde durch die Europäische Kommission auf Oktober 2019 verschoben (siehe Link oben), da die Kosmetikindustrie die Einreichung einer weiteren Studie bis November 2018 angekündigt hatte (https://ec.europa.eu/health/sites/health/files/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs2016_miwg_031.pdf). Das Ergebnis der Bewertung des SCCS liegt noch nicht vor.




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