FAQ des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung vom 23. Juli 2015
Koffeinhaltige Lebensmittel werden seit Hunderten von Jahren vor allem aufgrund ihrer anregenden Wirkung von Menschen verzehrt. Koffein stimuliert das Herzkreislauf- und das zentrale Nervensystem. Energiegetränke (englisch „Energy Drinks“ oder „Energy Shots“) sind Getränke, die Koffein oft in hohen Konzentrationen enthalten. Sie werden vielfach damit beworben, die Konzentrationsfähigkeit und körperliche Leistung zu steigern. Das Auftreten von möglichen unerwünschten Wirkungen wie Nervosität oder Herzrhythmusstörungen durch den Verzehr von koffeinhaltigen Produkten hängt von der individuellen Empfindlichkeit gegenüber Koffein und vom Ausmaß des Konsums derartiger Lebensmittel ab.
Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung hat bereits 2008 und 2009 auf mögliche negative gesundheitliche Effekte von Energy Shots und Energy Drinks bei einem übermäßigen Konsum hingewiesen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)) hat 2015 ihre Risikobewertung zu Koffein abgeschlossen. Aufgrund aktueller Anfragen beim BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung werden im Folgenden Fragen beantwortet, die dem Institut im Zusammenhang mit koffeinhaltigen Lebensmitteln, insbesondere Energy Drinks, gestellt wurden.
[Accordion] Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln, einschließlich Energy Drinks
Koffein ist ein natürliches Alkaloid, das seit Hunderten von Jahren vor allem aufgrund seiner anregenden Wirkung von Menschen verzehrt wird. Natürlicherweise kommt es u. a. in Kaffeebohnen, Teeblättern und Kakaobohnen vor. Es wird aber auch zahlreichen Lebensmitteln künstlich zugesetzt, z. B. Backwaren, Eis, Süßigkeiten, Cola-Getränken und auch Energy Drinks.
Koffein stimuliert das Herzkreislauf- und das zentrale Nervensystem, was in moderater Dosierung zu einer Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit und Wachsamkeit sowie der körperlichen Leistungsfähigkeit führt.
Bei hohen Aufnahmemengen von Koffein können unerwünschte Wirkungen auftreten, wie z. B. erhöhte Nervosität und Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen. Das Auftreten der unerwünschten Wirkungen hängt allerdings stark von der individuellen Empfindlichkeit gegenüber Koffein und der eingenommenen Dosis ab. Über einen längeren Zeitraum kann ein übermäßiger Koffeinkonsum zu Herzkreislaufproblemen, wie z. B. erhöhtem Blutdruck, führen. Bei Schwangeren kann eine über längere Dauer erhöhte Koffeinzufuhr zu einem verminderten Wachstum des Fötus führen.
Koffein wird nach oraler Aufnahme schnell und vollständig vom Körper aufgenommen. Die stimulierenden Effekte von Koffein können 15 bis 30 Minuten nach dem Verzehr eintreten und mehrere Stunden anhalten. In der Leber wird Koffein umgewandelt, abgebaut und schließlich über die Niere ausgeschieden.
Die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat 2015 Koffeinmengen abgeschätzt, die für die gesunde Allgemeinbevölkerung unbedenklich sind. Demnach stellen für gesunde Erwachsene Aufnahmemengen von bis zu 200 mgkurz fürMilligramm als Einzeldosis bzw. dieselbe Menge innerhalb kurzer Zeit (entsprechend 3 Milligramm (mgkurz fürMilligramm) pro Kilogramm (kgkurz fürKilogramm) Körpergewicht) kein gesundheitliches Risiko dar. Über den Tag verteilt gilt für gesunde Erwachsene eine Aufnahme von bis zu 400 mgkurz fürMilligramm Koffein als gesundheitlich unbedenklich.
Bei Schwangeren und Stillenden ist eine über den Tag verteilte Aufnahmemenge von bis zu 200 mgkurz fürMilligramm Koffein für den Fötus und das gestillte Kind gesundheitlich unbedenklich. Gemäß der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) kann die für Erwachsene unbedenkliche Einzeldosis an Koffein (3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht) auch für Kinder und Jugendliche als sicher gelten. Für den gewohnheitsmäßigen Koffeinkonsum von Kindern und Jugendlichen schlägt die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) ein Sicherheitsniveau von 3 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm Körpergewicht pro Tag vor.
Nein, die von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) abgeleiteten gesundheitlich unbedenklichen Aufnahmemengen von Koffein gelten nur für die gesunde Allgemeinbevölkerung und spezifische Subgruppen, wie Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen, Schwangere und stillende Frauen und Personen, die Sport treiben.
Nicht bewertet wurden in dem EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Gutachten mögliche schädliche Koffeinwirkungen für Personen, die an Krankheiten oder Beschwerden leiden und/oder Personen, die in Kombination mit Koffein Drogen oder Medikamente einnehmen oder größere Mengen an Alkohol konsumieren. Für diese Personengruppen gelten somit die als noch sicher abgeleiteten Koffeinmengen nicht. Gemäß der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) beeinflusst ein moderater Alkoholkonsum (Blutalkoholspiegel bis zu 0,8 Promille) nicht die Sicherheit von Koffein-Einzeldosen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm (noch sichere Dosis für gesunde Erwachsene).
Getränke, die mehr als 150 mgkurz fürMilligramm Koffein pro Liter enthalten, müssen den Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ tragen. Dieser Hinweis muss im gleichen Sichtfeld wie die Verkehrsbezeichnung angebracht werden, gefolgt von einer Angabe zum Koffeingehalt. Von dieser Regelung ausgenommen sind Kaffee oder Tee bzw. Getränke, die auf Kaffee- oder Teeextrakt basieren und bei denen der Begriff „Kaffee“ oder „Tee“ in der Bezeichnung vorkommt.
Eine vergleichbare Hinweispflicht besteht auch für andere Lebensmittel als Getränke, denen Koffein zugesetzt wurde. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist der Koffeingehalt pro empfohlener täglicher Verzehrmenge anzugeben.
Laut einem Gutachten der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) erfolgt die Koffeinzufuhr bei Erwachsenen in Deutschland vor allem über Kaffee (85 %) und bei Kindern hauptsächlich über Schokolade (bis zu 85 %). Jugendliche nehmen Koffein vor allem über Kaffee, Schokolade und Tee auf. In den Jahren 2006 bzw. 2007 war die Koffeinzufuhr durch Energy Drinks bei Jugendlichen in Deutschland noch vernachlässigbar (< 1 %). Jedoch zeigen jüngere Daten aus anderen EU-Mitgliedsländern einen relevanten Beitrag von Energy Drinks zur Koffeinzufuhr (bis zu 10 %). Eine andere von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) in Auftrag gegebene Befragung zu dem Konsum von Energy Drinks im Jahre 2012 lässt vermuten dass auch bei deutschen Jugendlichen etwa 10 % der Gesamt-Koffeinzufuhr aus Energy Drinks stammt. Die Verzehrsgewohnheiten in den Mitgliedsstaaten können allerdings sehr unterschiedlich sein.
Energy Drinks sind koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, die zusätzlich zu Koffein noch eine oder mehrere der Substanzen Taurin, Glucuronolacton und Inosit enthalten. Sie werden damit beworben, die Konzentrationsfähigkeit und körperliche Leistung zu steigern.
Nicht zu verwechseln sind Energy Drinks mit hypo- bzw. isotonischen kohlehydrathaltigen Sport-Getränken, die bei körperlichen Anstrengungen den Energie-, Wasser- und Elektrolytverlust ausgleichen sollen.
Energy Shots gleichen in ihrer Zusammensetzung den Energy Drinks, enthalten jedoch wesentlich weniger Wasser und werden in kleineren Portionseinheiten (25 bis 75 Milliliter (mlkurz fürMilliliter)) angeboten. Die Konzentration an Koffein in den Energy Shots liegt meist deutlich über der in Energy Drinks. Dadurch kann in sehr kurzer Zeit eine viel höhere Menge an Koffein konsumiert werden. Energy Shots werden von den Herstellern als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und dürfen daher nur mit einer Verzehrempfehlung in den Verkehr gebracht werden. Bei den bisher bekannten Produkten wird eine Portion pro Tag empfohlen.
Die Rezeptur der Energy Drinks kann je nach Hersteller unterschiedlich sein, weist aber meist die gleichen Grundstoffe auf. In der Regel enthalten Energy Drinks neben Koffein Glucuronolacton, Taurin, Inosit und Zucker oder Süßungsmittel.
Taurin kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und entsteht als Stoffwechselendprodukt hauptsächlich aus der Aminosäure Cystein. Taurin wird eine wichtige Rolle bei der Gehirnentwicklung sowie der Stabilisierung der Zellmembran zugeschrieben. Mit der Nahrung wird Taurin insbesondere durch den Verzehr von Fisch und Fleisch aufgenommen. Die Aufnahme über die normale Ernährung variiert zwischen 10 und 400 mgkurz fürMilligramm pro Tag. In Tierstudien zeigten Aufnahmemengen von bis zu 1000 mgkurz fürMilligramm Taurin pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht pro Tag keine schädlichen Wirkungen.
Gemäß der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) beeinflusst Taurin in handelsüblichen Energy Drink-Konzentrationen (4000 mgkurz fürMilligramm pro Liter) nicht die Sicherheit von Koffein-Einzeldosen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm (noch sichere Dosis für gesunde Erwachsene). Durch den Verzehr von drei herkömmlichen Dosen Energy Drinks à 250 mlkurz fürMilliliter werden jedoch bereits 240 mgkurz fürMilligramm Koffein aufgenommen. Die bisherigen Studien darüber, ob zusätzliche Taurinaufnahmen eine Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bewirken, sind widersprüchlich und oft von geringer wissenschaftlicher Qualität. Einen diesbezüglich eindeutigen Nachweis gibt es daher bislang nicht.
Glucuronolacton ist ein Ester der Glucuronsäure, die als Stoffwechselprodukt der Glukose auch natürlicherweise im Körper gebildet wird. Glucuronolacton ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. Mit der Nahrung wird Glucuronolacton nur in geringen Mengen aufgenommen (1 bis 2 mgkurz fürMilligramm pro Tag). In Tierstudien zeigten Aufnahmemengen von bis zu 1000 mgkurz fürMilligramm Glucuronolacton pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht pro Tag keine schädlichen Wirkungen.
Gemäß der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) beeinflusst Glucuronolacton in handelsüblichen Energy Drink-Konzentrationen (2400 mgkurz fürMilligramm pro Liter) nicht die Sicherheit von Koffein-Einzeldosen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm (noch sichere Dosis für gesunde Erwachsene). Durch den Verzehr von drei herkömmlichen Dosen Energy Drinks à 250 mlkurz fürMilliliter werden jedoch bereits 240 mgkurz fürMilligramm Koffein aufgenommen. Die bisherige Datenlage gibt keine Hinweise dafür, dass die üblichen Glucuronolactondosierungen in Energy Drinks die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit fördern.
Inosit (Cyclohexanhexol) ist ein sechswertiger Alkohol und kommt sowohl in Pflanzen als auch Tieren vor. Inosit ist nicht essentiell, da es im Körper selbst in ausreichender Menge aus Glukose hergestellt werden kann. Inosit spielt eine wichtige Rolle bei der Signalweiterleitung in der Zelle und ist am Aufbau der Zellmembran beteiligt. Die meisten Energy Drinks enthalten 200 mgkurz fürMilligramm Inosit pro Liter, so dass durch den Verzehr einer 250 mlkurz fürMilliliter-Dose 50 mgkurz fürMilligramm Inosit aufgenommen werden. Auf Basis der derzeitigen Datenlage bestehen keine gesundheitlichen Bedenken.
Handelsübliche Energy Drinks enthalten 320 mgkurz fürMilligramm Koffein pro Liter. Die Tabelle zeigt, wieviel Koffein man im Vergleich zu Energy Drinks mit anderen koffeinhaltigen Getränken aufnimmt.
Getränk
Portionseinheit
Koffein pro
Portion
Filterkaffee
eine Tasse (200 mlkurz fürMilliliter)
90 mgkurz fürMilligramm
Energy Drink
eine Dose (250 mlkurz fürMilliliter)
80 mgkurz fürMilligramm
Espresso
eine Tasse (60 mlkurz fürMilliliter)
80 mgkurz fürMilligramm
Schwarzer Tee
eine Tasse (200 mlkurz fürMilliliter)
45 mgkurz fürMilligramm
Cola-Getränk
eine Dose (330 mlkurz fürMilliliter)
35 mgkurz fürMilligramm
Kakao-Getränk
eine Tasse (200 mlkurz fürMilliliter)
8 bis 35 mgkurz fürMilligramm
Grüner Tee
eine Tasse (200 mlkurz fürMilliliter)
30 mgkurz fürMilligramm
Zartbitterschokolade
halbe Tafel (50 g)
25 mgkurz fürMilligramm
Vollmilchschokolade
halbe Tafel (50 g)
10 mgkurz fürMilligramm
Alle Angaben sind Näherungswerte, da der Koffeingehalt schwanken kann.
Quelle: Modifiziert aus EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) (2015)
Im Durchschnitt enthalten Energy Drinks pro Liter circa 100 Gramm (g) Zucker in Form von Glukose bzw. Saccharose. Eine Dose Energy Drink (250 mlkurz fürMilliliter) enthält somit relativ viele Kalorien (25 g Zucker = 100 Kilokalorien). Glukose und Saccharose sind einfach verwertbar und liefern schnell Energie, jedoch sind sie nur kurzfristige Energielieferanten. Inzwischen werden auch zuckerfreie Energy Drinks mit alternativen Süßungsmitteln angeboten.
Aufgrund des Koffeingehaltes haben Energy Drinks eine anregende und aufputschende Wirkung. Neben dem Koffein führt auch der in größeren Mengen enthaltene Zucker zu einer kurzfristigen Leistungssteigerung. Bei den zuckerfreien Produkten entfällt allerdings die zusätzliche Energiezufuhr.
Unerwünschte Wirkungen von Energy Drinks werden vermutlich vor allem durch das Koffein ausgelöst. Bei hohen Aufnahmemengen kann Koffein eine erhöhte Nervosität und Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen auslösen. Über einen längeren Zeitraum kann ein übermäßiger Koffeinkonsum zu Herzkreislaufproblemen, wie z. B. erhöhtem Blutdruck, führen.
Bei einem moderaten Konsum von Energy Drinks unter Beachtung der Verbraucherhinweise sind gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten. Durch den Verzehr eines handelsüblichen Energy Drinks à 250 mlkurz fürMilliliter mit einem Koffeingehalt von 320 mgkurz fürMilligramm pro Liter werden 80 mgkurz fürMilligramm Koffein aufgenommen. Diese Koffeinmenge ist für gesunde Erwachsene gesundheitlich unbedenklich und entspricht in etwa einer Tasse Kaffee.
Bei einem Verzehr von drei Dosen Energy Drinks (entsprechend 240 mgkurz fürMilligramm Koffein) innerhalb kurzer Zeit wird jedoch die für gesunde Erwachsene noch als sicher geltende Koffein-Einzeldosis von 200 mgkurz fürMilligramm überschritten. Gesundheitliche Risiken können sich daher ergeben, wenn diese Getränke in größeren Mengen konsumiert und dadurch hohe Koffeinmengen in einem kurzen Zeitraum aufgenommen werden. Bei einem hohen Energy Drink Konsum kann sich insbesondere der gleichzeitige Konsum von größeren Mengen Alkohol und/oder ausgiebige körperliche Betätigung zusätzlich negativ auf das Herzkreislaufsystem auswirken Gemäß der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) beeinflusst ein moderater Alkoholkonsum (Blutalkoholspiegel bis zu 0,8 Promille) nicht die Sicherheit von Koffein-Einzeldosen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm (noch sichere Dosis für gesunde Erwachsene).
Die Studie „Anlassbezogene Befragung von Hochverzehrern von Energy-Drinks“ des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung aus dem Jahr 2013 zeigt, dass Besucher von Diskotheken und Musik- und Sportveranstaltungen teilweise erhebliche Mengen an Energy Drinks trinken. Im Durchschnitt konsumierten die Hochverzehrer beim Tanzen in Clubs ca. 1 Liter Energy Drinks pur oder gemischt mit alkoholischen Getränken. 5 % davon haben mehr als 2,75 Liter getrunken. (http://www.bfr.bund.de/cm/350/anlassbezogene-befragung-von-hochverzehrern-von-energy-drinks.pdf)
Eine von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) in Auftrag gegebene Befragung zum Konsum von Energy Drinks in 16 EU-Ländern im Jahre 2012 hat gezeigt, dass etwa 16 % der befragten Jugendlichen und 6 % der Erwachsenen drei und mehr Dosen an Energy Drinks nacheinander trinken. Bei handelsüblichen Dosen wird dadurch die noch als gesundheitlich unbedenklich geltende Koffein-Einzeldosis - 200 mgkurz fürMilligramm für gesunde Erwachsene - überschritten. Die Verzehrsgewohnheiten in den EU-Mitgliedsstaaten können allerdings sehr unterschiedlich sein.
Für einige Personengruppen können erhöhte Koffeindosen zu besonderen gesundheitlichen Risiken führen. Dazu gehören Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen (z. B. Menschen mit Herzkreislauferkrankungen). Diese Personengruppen sollten auf den Konsum von Energy Drinks verzichten.
Gemäß der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) beeinflusst ein moderater Alkoholkonsum (Blutalkoholspiegel bis zu 0,8 Promille) nicht die Sicherheit von Koffein-Einzeldosen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm (noch sichere Dosis für gesunde Erwachsene). Durch den Verzehr von drei herkömmlichen Dosen Energy Drinks à 250 mlkurz fürMilliliter werden jedoch bereits 240 mgkurz fürMilligramm Koffein aufgenommen.
Aus Sicht des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung können sich gesundheitliche Risiken ergeben, wenn Energy Drinks in größeren Mengen und insbesondere in Zusammenhang mit größeren Mengen an Alkohol konsumiert werden. In der Vergangenheit wurden in einigen Fallberichten nach dem Konsum von Energy Drinks - oft in Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Verzehr von Alkohol - schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen wie z. B. Herzrhythmusstörungen, teilweise mit Todesfolge beschrieben. Ein kausaler Zusammenhang konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden.
Energy Drinks sind nicht mit Sportgetränken zu verwechseln. Sportgetränke stellen in Form von Wasser und Kohlenhydraten vor allem Flüssigkeit und Energie bereit. Sie sind hypoton oder isoton, d. h. sie weisen eine im Vergleich zum Blut niedrigere oder identische Konzentration an gelösten Teilchen auf, wodurch die Flüssigkeit schnell vom Körper aufgenommen wird. Viele Sportgetränke enthalten auch Koffein, da es die Ausdauerleistungsfähigkeit beim Sport steigern kann.
Im Allgemeinen weisen Energy Drinks eine relativ hohe Zuckerkonzentration auf. Sie stellen deshalb zwar kurzfristig viel Energie bereit, durch den hohen Zuckeranteil kann jedoch die Flüssigkeitsaufnahme über den Verdauungstrakt verzögert sein. Da bei körperlicher Anstrengung das Durstgefühl erhöht ist, besteht außerdem das Risiko, dass Energy Drinks in höheren Mengen verzehrt werden, so dass hohe Koffeinzufuhren resultieren können. Die durch den Sport hervorgerufenen Effekte auf das Herzkreislaufsystem können dann möglicherweise durch die hohen Koffeinzufuhren negativ verstärkt werden.
Moderate Koffeinzufuhren in Zusammenhang mit Sport sind gesundheitlich unbedenklich. So gibt die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) an, dass für gesunde Erwachsene Einzeldosen von bis zu 200 mgkurz fürMilligramm Koffein kein gesundheitliches Risiko darstellen, auch wenn sie weniger als zwei Stunden vor intensiven körperlichen Anstrengungen konsumiert werden.
Seit Juni 2013 gelten in Deutschland für Energy Drinks nationale gesetzliche Höchstmengen für die folgenden vier Inhaltsstoffe:
Koffein: 320 mgkurz fürMilligramm pro Liter
Taurin: 4.000 mgkurz fürMilligramm pro Liter
Inosit: 200 mgkurz fürMilligramm pro Liter
Glucuronolacton: 2.400 mgkurz fürMilligramm pro Liter
Die genaue Menge des zugegebenen Koffeins muss vom Hersteller auf der Verpackung der Energy Drinks angegeben werden. In anderen EU-Staaten können unterschiedliche Regelungen gelten.