Identifizierung neu auftretender Brucella Spezies: neue Bedrohungen für Mensch und Tier (EJP IDEMBRU)

01/2020-06/2022

Förderprogramm / Mittelgeber: Europäische Union Horizon2020

Förderkennzeichen: 773830

Internetseite des Drittmittelprojektes: https://onehealthejp.eu/jrp-idembru/

Beschreibung des Projektes:

Brucellose ist eine hoch ansteckende Zoonose, die in der Regel durch die Aufnahme von unpasteurisierter Milch oder nicht ausreichend gegartem Fleisch infizierter Tiere oder durch engen Kontakt mit ihren Sekreten verursacht wird. Die Brucellose ist eine der weltweit am weitesten verbreiteten Zoonosen, mit schätzungsweise 500.000 neuen Fällen beim Menschen pro Jahr. Viele Jahre lang wurden sechs "klassische" Brucella-Spezies identifiziert, aber seit Ende der 1990er Jahre wurden mehrere neue Brucella-Spezies (einschließlich B. inopinata, B. microti und B. vulpis) aus Menschen, Wildtieren und/oder Umweltquellen isoliert, was ein breiteres Spektrum von Wirten und neue potenzielle zoonotische Gefahren aufzeigt. Einige dieser Arten sind im Vergleich zu den "klassischen" Arten genetisch und/oder phänotypisch atypisch.

Im Jahr 2017 wurde berichtet, dass europäische Amphibien von einer solchen kürzlich identifizierten Art (B. microti) infiziert wurden, die bereits bei Nagetieren, Füchsen und Wildschweinen nachgewiesen wurde, was das breite Wirtsspektrum der neu auftretenden atypischen Brucella bestätigt. Diese neu auftretenden Brucella-Isolate müssen weiter untersucht werden, um ihre geografische Verbreitung und ihr Wirtsspektrum zu bewerten, ihr zoonotisches Potenzial einzuschätzen und ihre Virulenz- und Persistenzmarker mit klassischen Arten zu vergleichen.

Andere neu auftretende Situationen betreffen klassische Brucella-Spezies wie Brucella suis und Brucella melitensis, die in Wildtierreservoirs zirkulieren und das Potenzial haben, auf Haustiere und Menschen überzuspringen, oder die in Westeuropa durch die Verbringung von Heimtieren (Brucella canis) entstehen. Derzeit unterliegen in Europa nur einige klassische Brucella-Arten gesetzlichen Kontroll- und Überwachungsstrategien bei Haustieren. Daher sind diese Arten bei Wildtieren potenziell unterdiagnostiziert. Einige Brucella-Arten werden in Biovare eingeteilt, und Arten und Biovare unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Pathogenität für den Menschen. Die am meisten untersuchten Brucella-Spezies und Biovare entsprechen denjenigen, die das bekanntermaßen höchste Risiko einer Übertragung auf den Menschen aufweisen, während andere schlecht charakterisiert sind. Schließlich könnten neu entstehende Reservoire klassischer Brucella mit neuen Konsummustern, mit sich entwickelnden Praktiken bei Bio- und Rohmilchprodukten, mit importierten tierischen Produkten unterschiedlicher Herkunft oder mit neu entstehenden Tierverbringungswegen in Verbindung gebracht werden.

Zum Schutz von Menschen und Tieren vor Infektionen ist eine umfassende Bewertung und ein umfassendes Verständnis der neu entstehenden nicht-klassischen Brucella und der neu entstehenden Reservoirs klassischer Arten erforderlich. Ziel des IDEMBRU-Projekts ist die Entwicklung eines Instrumentariums, das sich auf neu auftretende Brucella-Arten und Reservoire konzentriert, um eine rasche Erkennung, Identifizierung und Charakterisierung zu gewährleisten. Das Projekt umfasst i) den Nachweis und die Untersuchung dieser Erreger aus verschiedenen Quellen in verschiedenen epidemiologischen Kontexten in Bezug auf die natürliche Landschaft, die Demographie des Viehbestands und die Wildtierpopulationen (Mittelmeerraum, Ost-, Nord- und Westeuropa); ii) die Charakterisierung der neu auftretenden Brucella-Spezies durch Identifizierung der genomischen und phänotypischen Variabilität mittels Hochdurchsatzmethoden (NGS, molekulare Tests, Proteomik, Metabolomik); iii) das Verständnis der Virulenz und des zoonotischen Potentials durch in vivo und in vitro Infektionsmodelle; iv) die Entwicklung eines Toolkits für die Integration von Daten aus neu auftretenden Brucella-Spezies und als Ressource zur Anleitung der Charakterisierung von neu auftretenden Brucella.

Projektpartner:

  • French Agency for Food, Environmental and Occupational Health & Safety (ANSES)
  • Instituto Nacional de Investigacao Agrária e Veterinária, Portugal
  • Bulgarian Food Safety Agency
  • Friedrich-Loeffler-Institut Jena
  • Animal and Plant Health Agency
  • Istituto Zooprofilattico Sperimentale dell'Abruzzo e del Molise G. Caporale
  • Wageningen Bioveterinary Research
  • Instituto de Saude

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