Nationales Referenzlabor für halogenierte persistente organische Schadstoffe (POP) in Lebens- und Futtermitteln

Das Nationale Referenzlabor (NRL) für halogenierte persistente organische Schadstoffe (POP) in Lebens- und Futtermitteln ist Teil eines europäischen Netzwerkes zur Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung. Dieses besteht aus dem Europäischen Referenzlabor (EURL) und den NRL in den EU-Mitgliedstaaten.

Das deutsche NRL koordiniert die Labore der amtlichen Überwachung in den Bundesländern mit dem Ziel, die Methoden für Laboranalysen zu harmonisieren und zu verbessern. Die Zusammenarbeit in diesen Netzwerken gewährleistet, dass bei der amtlichen Überwachung von Lebensmitteln und Futtermitteln europaweit nach einheitlichen Standards gearbeitet wird. Das NRL für halogenierte POP trägt daher zur Sicherheit entlang der Nahrungskette ausgehend von Futtermitteln, über landwirtschaftliche Nutztiere bis hin zum Menschen als Endverbraucher bei. Ausgerichtet auf das Themengebiet der halogenierten persistenten organischen Schadstoffe ist das NRL am BfR in der Abteilung für Sicherheit in der Nahrungskette, Fachgruppe Rückstände angesiedelt.

Stoffgruppen in der Zuständigkeit des NRL für halogenierte POP

Bei den halogenierten persistenten organischen Schadstoffen (POP) handelt es sich um verschiedene organische Stoffgruppen, welche Chlor, Fluor oder Brom enthalten (Halogene) und in der Umwelt stabil sind (persistent). Die halogenierten POP können über Futtermittel in landwirtschaftliche Nutztiere gelangen und sich aufgrund ihrer Persistenz dort anreichern. Durch den Verzehr von tierischen Lebensmitteln können halogenierte POP wiederum vom Menschen aufgenommen werden. Für einige halogenierte POP sind gesetzliche Höchstmengen für Gehalte in bestimmten Lebens- und Futtermitteln festgelegt.

Abbildung 1: Substanzgruppen aus dem Tätigkeitsgebiet des NRL für halogenierte POP

Abbildung 1: Substanzgruppen aus dem Tätigkeitsgebiet des NRL für halogenierte POP

Arbeitsschwerpunkte des NRL POP nach Verordnung (EU) 2017/625

  • Zusammenarbeit mit dem Europäischen Referenzlabor (EURL) für halogenierte POP
  • Koordinierung der Tätigkeiten der Labore der amtlichen Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung in Deutschland mit dem Ziel, die Methoden für Laboranalysen, -tests oder -diagnosen und ihre Verwendung zu harmonisieren und zu verbessern
  • Organisation und Durchführung von Vergleichstests für die Labore der amtlichen Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung in Deutschland
  • Entwicklung und Optimierung sensitiver Analyseverfahren für bestehende und neue Stoffgruppen
  • Austausch und Weitergabe von Informationen des EURL an die Labore der amtlichen Überwachung und die zuständigen deutschen Behörden
  • Unterstützung der zuständigen Behörden in Deutschland bei der Umsetzung von Kontrollprogrammen

Forschung am NRL für halogenierte persistente organische Schadstoffe (POP) in Lebens- und Futtermitteln

Das NRL für halogenierte persistente organische Schadstoffe (POP) in Lebens- und Futtermitteln führt auch eigene Forschung durch. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, chlorierte, fluorierte und bromierte persistente Schadstoffe, die sich in Lebens- und Futtermitteln anreichern können, zweifelsfrei nachzuweisen, deren Menge zu bestimmen und nachverfolgen zu können. Dazu werden nicht nur neue und sensitive Methoden für vielfältige Matrizes entwickelt, sondern auch Studien zum Verhalten dieser Stoffe innerhalb der Nahrungskette durchgeführt.

Zentraler Bestandteil der Forschung ist die analytische Arbeit. Hierzu zählt die Extraktion (Herauslösen) von halogenierten POP aus Lebens- und Futtermitteln gefolgt von der Quantifizierung (Bestimmung der Menge). Die Nutzung von automatisierten Aufreinigungssystemen sowie modernen hochauflösenden aber auch Tandem-Massenspektrometern als Detektoren für die Gas- und Flüssigkeitschromatographie ermöglichen einen sensitiven Nachweis der verschiedenen Stoffgruppen bis in den Ultraspurenbereich.

Die Forschungsschwerpunkte des NRL POP liegen in der:

  • Entwicklung, Optimierung, Harmonisierung und Validierung neuer Methoden mit dem Ziel
    • der Verbesserung von Nachweis- und Bestimmungsgrenzen,
    • der Untersuchung von Matrix-Effekten,
    • der Bestimmung von halogenierten POP in unterschiedlichen Matrizes
  • analytischen Begleitung von Transferstudien zur Aufklärung von Anreicherung, Verteilung und Abbauprozessen von halogenierten POP innerhalb der Nahrungskette


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