One-Health-Interventionen zur Prävention der zoonotischen Verbreitung von antibiotikaresistenten Erregern (#1Health-PREVENT)

09/2017-08/2020

Das Drittmittelprojekt wird im Rahmen der BfR-Forschung zur Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health) durchgeführt.

Förderkennzeichen des BMBF: 01KI1727C

Internetseite des Drittmittelprojektes: -

Beschreibung des Projektes:

Die Ziele der geplanten Arbeiten im Forschungsverbund #1Health-PREVENT sind die Durchführung von epidemiologischen Studien zum Thema der zoonotischen Verbreitung von bakteriellen Erregern mit Antibiotika-Multiresistenz (MRE) sowie die Durchführung von präventiven Interventionen, die eine Übertragung von MRE zwischen Tier und Mensch verhindern bzw. einer Selektion von MRE vorbeugen. Die Ergebnisse des Verbundes sollen ganz konkrete Interventionsmaßnahme aufzeigen, die dazu geeignet sind, die Verbreitung von MRE erfolgreich zu verhindern. Diese Maßnahmen sollen direkt als Präventivmaßnahmen beim Mensch (z. B. von Landwirten und Tierärzten), in Tierklinken und Nutztierbeständen zur Anwendung kommen können. Das Projekt #1Health-PREVENT versucht zudem, Antworten auf bisher noch offene epidemiologische Fragestellungen zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen im One-Health-Kontext zu finden.

Teilprojekt des BfR:

Die infektiöse Euterentzündung (Mastitis) zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei Milchkühen und verursacht hohe wirtschaftliche Schäden. Neueste Studienergebnisse haben gezeigt, dass eine zunehmende Anzahl der Mastitiden bei Milchkühen durch Methicillin-resistente Staphylococcus (S.) aureus (MRSA) verursacht werden. Dies ist eine alarmierende Entwicklung, da Therapiekonzepte ohnehin bereits eingeschränkt sind und diese zudem in der Regel auf der Gabe von Beta-Laktam-Antibiotika basieren. Da MRSA per definitionem unempfindlich gegenüber Beta-Laktam-Antibiotika sind, könnte eine Behandlung als Selektion für multiresistente Erreger (MRE) dienen. Neben diesem veterinärmedizinisch relevanten Aspekt besteht jedoch auch ein Risiko aus der Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes, da MRE in die Milchlebensmittelkette gelangen und es so zu einer Übertragung auch zoonotisch relevanter MRE kommen könnte. Das übergeordnete Ziel des Teilprojektes ist es, das Vorkommen von MRE in Milchkuhbeständen und in der Folge eine Übertragung zoonotischer MRE wie MRSA auf den Menschen durch folgende Projektaktivitäten zu reduzieren: 1. Identifizierung von Risikofaktoren, die zur Weiterverbreitung von MRE in Milchkuhbeständen und der Milchlebensmittelkette beitragen; 2. Charakterisierung der Gefahren auf der Ebene der Primärproduktion und im Einzelhandel; 3. Identifizierung und Etablierung geeigneter Interventionsmaßnahmen zur Bekämpfung von Mastitiden. Damit wird das Projekt entscheidend zur Verbesserung der Tiergesundheit und zur Prävention der Weiterverbreitung multiresistenter Erreger vom Tier zum Menschen beitragen (One-Health-Ansatz).

Projektpartner:

  • Universitätsklinikum Münster (Koordination)
  • Fachhochschule Südwestfalen
  • Freie Universität Berlin
  • Universität Würzburg
  • Robert Koch-Institut

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