Pflanzen- und Mykotoxine

Die Fachgruppe Pflanzen- und Mykotoxine hat folgende Aufgaben:

  • Bewertung gesundheitlicher Risiken von Mykotoxinen in Lebensmitteln
  • Führung des Nationalen Referenzlabors für Mykotoxine und Pflanzentoxine in Lebens- und Futtermitteln
  • Forschung zur Weiterentwicklung chemisch-analytischer Untersuchungsverfahren sowie zum Vorkommen und Verhalten von Mykotoxinen und Pflanzentoxinen in Lebens- und Futtermitteln

Bewertung gesundheitlicher Risiken von Mykotoxinen in Lebensmitteln

Innerhalb der Fachgruppe werden die möglichen gesundheitlichen Risiken durch das Vorkommen von Mykotoxinen in Lebensmitteln anhand international anerkannter wissenschaftlicher Kriterien im Rahmen von Stellungnahmen bewertet. Als Grundlage hierfür dient der vom BfR herausgegebene Leitfaden für die Bewertung gesundheitlicher Risiken.

https://www.bfr.bund.de/cm/350/leitfaden-fuer-gesundheitliche-bewertungen-bf.pdf

Die Stellungnahmen dienen beispielsweise: 

  • Der Erarbeitung unabhängiger wissenschaftlicher Gutachten, die den Behörden des Risikomanagements, z.B. dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), als Diskussionsgrundlage für Beratungen zur Festsetzung von Höchstgehalten für Mykotoxine in Lebensmitteln auf nationaler und europäischer Ebene dienen
  • Der Ableitung von Vorschlägen zur Risikominimierung
  • Der Durchführung von Einzelfallbewertungen, mit deren Hilfe die zuständigen Behörden der amtlichen Überwachung die Verkehrsfähigkeit eines Lebensmittels beurteilen können, für das bislang keine gesetzlichen Höchstgehalte für Mykotoxine festgelegt wurden

Nationales Referenzlabor für Mykotoxine und Pflanzentoxine

In der Fachgruppe ist das Nationale Referenzlabor (NRL) für Mykotoxine und Pflanzentoxine in Lebens- und Futtermitteln angesiedelt, das im Netzwerk der Referenzlabore der EU- Mitgliedsstaaten und als Bindeglied zu den deutschen Landeslaboren im Wesentlichen folgende Aufgaben erfüllt:

  • Zusammenarbeit mit dem Referenzlabor der europäischen Union (EURL) für Mykotoxine und Pflanzentoxine
  • Weitergabe von Informationen des EURL an die zuständigen deutschen Behörden und die mit analytischen Untersuchungen beauftragten nationalen Laboratorien der amtlichen Lebens-und Futtermittelüberwachung
  • Entwicklung und Validierung von Analysenverfahren zur Bestimmung von Pflanzen- und Mykotoxinen in Lebens- und Futtermitteln
  • Regelmäßige Durchführung von Laborvergleichsuntersuchungen sowie von Methodenvalidierungsstudien
  • Wissenschaftliche und technische Unterstützung der zuständigen Behörden bei der Umsetzung von Kontrollprogrammen, u.a. durch die regelmäßige Durchführung von NRL-Workshops und Mitarbeit in Gremien zum Lebensmittelmonitoring und zum Bundesweiten Überwachungsplan
  • Harmonisierung und Standardisierung von Analyseverfahren, z.B. durch Mitarbeit in Gremien des Europäischen Komitees für Normung (CEN), Deutschen Instituts für Normung (DIN) oder Arbeitsgruppen nach §64 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch

Forschung

Die Fachgruppe führt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer analytischen Kompetenzen und zur Bearbeitung von für die Risikobewertung wichtigen Fragen Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit internen und externen Kooperationspartnern durch. Dabei werden folgende Schwerpunkte verfolgt:

  • Analytik/Nachweismöglichkeiten
  1. Entwicklung instrumentell-analytischer Methoden zur Bestimmung von Pflanzen- und Mykotoxinen sowie deren Metaboliten und modifizierter Formen in Lebens- und Futtermitteln sowie in biologischen Matrices mittels Flüssigchromatographie (HPLC) und Massenspektrometrie (MS/MS, HR-MS)
  2. Entwicklung von Verfahren (multi-target, suspect-target, non-target) zur Identifizierung von (neuartigen) Pflanzen- und Mykotoxinen sowie möglicher Transformationsprodukte mittels hochauflösender Massenspektrometrie (HR-MS) in Verbindung mit statistischen Verfahren
  • Mykotoxine und Pflanzentoxine in der Nahrungskette
  1. Vorkommen und Profile von Pflanzen- und Mykotoxinen in Pflanzen, Lebens- und Futtermitteln
  2. Untersuchungen zur Metabolisierung von Pflanzen- und Mykotoxinen
  3. Quantifizierung des Transfers von Pflanzen- und Mykotoxinen in Lebensmittel, z.B. über kontaminierte Futtermittel
  4. Verhalten der Toxine bei der Prozessierung von Lebens- und Futtermitteln
  • Risikofrüherkennung
  1. Auftreten neuer oder wenig untersuchter Pflanzen- und Mykotoxine sowie deren Transformationsprodukte
  2. Vorkommen von Pflanzen- und Mykotoxinen in neuerdings häufiger verzehrten Lebensmitteln (z.B. Leguminosen) und in neuartigen Lebensmitteln (z. B. Insekten)
  • Bewertung gesundheitlicher Risiken
  1. Weiterentwicklung von Ansätzen zur Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Gehalte von Mykotoxinen in Lebens- und Futtermitteln

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