Resistenzen gegen Tierarzneimittel breit erfaßt

Die Ergebnisse einer Resistenzauswertung von Bakterienarten, die als Krankheitserreger bei landwirtschaftlichen Nutz- und Haustieren von Bedeutung sind, hat das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, BgVV, jetzt als Berichtsband veröffentlicht. In die Untersuchungen, die an 29 Instituten methodisch einheitlich erfolgten, wurden die fünf neuen und sieben alte Bundesländer einbezogen. Alle in der Veterinärmedizin verfügbaren Arzneimittelwirkstoffe wurden in Antibiogrammen getestet. Nach ihrer Resistenzhöhe wurden die Wirkstoffe in eine Rangliste eingeordnet, die einen ersten Anhaltspunkt für die Beurteilung ihrer Wirksamkeit bietet und Therapievorschläge ermöglicht. Die Ergebnisse wurden sowohl für die Bundesrepublik Deutschland, als auch getrennt für die alten und neuen Bundesländer zusammengestellt, da aus der unterschiedlichen Nutzung von Tierarzneimitteln unterschiedliche Ausgangssituationen resultierten.

Unter den Krankheitserregern erwiesen sich Enterobacteriaceae, insbesondere Escherichia coli und Salmonella typhimurium, bei vielen Tierarten als multiresistent. Beim Rind haben auch Clostridium perfringens, Pasteurellen, Staphylo- und Streptokokken ein hohes Resistenzniveau. Zu den hochresistenten Krankheitserregern des Schweines gehören neben den Enterobacteriaceae Actinobacter pleuropneumoniae und Pasteurella haemolytica. Bei der Therapie von Hunden muß auf Resistenzen bei Clostridium perfringens, Staphylococcus aureus, Staphylococcus intermedius und Streptokokken geachtet werden.

Eine Resistenz liegt dann vor, wenn ein therapeutischer Erfolg - gemessen am Wachstum des Erregers - bei Einsatz der zugelassenen Höchstdosis eines Arzneimittels nicht zu erwarten ist. Die vorliegende Untersuchung zeigte, daß die Wirksamkeit der meisten Stoffe bereits mehr oder weniger stark durch Resistenzfaktoren beeinträchtigt ist. Dies gilt vor allem für ältere Chemotherapeutika wie Benzylpenicilline, Tetracycline und Sulfonamide, aber auch für Chloramphenicol, Streptomycin und Makrolide. Da das Resistenzverhalten stark vom lokalen Selektionsdruck bestimmt wird, sollte vor jedem Einsatz von Chemotherapeutika ein Antibiogramm erstellt werden.

Der Berichtsband ist unter dem Titel "Resistenzauswertung veterinärmedizinisch bedeutsamer bakterieller Erreger - Auswertung 1992" als BgVV-Heft 02/1995 erschienen und zum Preis von DM 30,-- bei der Pressestelle erhältlich.


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