Wirkung von Chemikalien auf das Immunsystem wird unzureichend erfaßt

Wer eine neue Chemikalie in den Handel bringen will, muß diese nach den Vorschriften des Chemikaliengesetzes anmelden. Im Rahmen dieser Anmeldung müssen Daten vorgelegt werden, die eine Bewertung der gesundheitsgefährdenden Eigenschaften des Stoffes und des daraus resultierenden potentiellen Risikos für Mensch und Umwelt gestatten. Mögliche Gesundheitsschäden durch die langfristige Exposition gegenüber diesem Stoff werden im Tierversuch anhand des sogenannten „28-Tage-Tests“ geprüft. Wie der Test im einzelnen durchgeführt werden muß und welche Daten zu erheben sind, legen Richtlinien der Europäischen Union fest.

Nach Ansicht des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, BgVV, reichen die hierin vorgeschriebenen Untersuchungsparameter nicht aus, um sichere Aussagen über die Wirkung von Chemikalien auf das Immunsystem zu treffen. Am Institut werden deshalb zur Zeit zusätzliche Parameter getestet, die die Aussagekraft des 28-Tage-Tests ergänzen und eine umfassendere Beurteilung ermöglichen sollen. Die Ergebnisse der ersten Ringstudie liegen jetzt in Berichtsform vor.

In der Studie, an der fünf Laboratorien aus Deutschland und Frankreich teilnahmen, wurden anhand der Modellsubstanz Cyclosporin A, Wirkungen auf das Immunsystem untersucht. Dabei wurden die derzeit vorgeschriebenen Parameter u.a. um die mikroskopische Untersuchung weiterer immunologisch relevanter Organe, wie Thymus, Knochenmark und Lymphknoten ergänzt. Die Immunglobulinspiegel im Serum wurden bestimmt; eine Auswahl spezifischer immunologischer Tests durchgeführt und auf ihre Aussagekraft und Reproduzierbarkeit überprüft.

Die Ergebnisse haben gezeigt, daß die zusätzlichen Prüfparameter empfindlich genug waren, um immunologische Wirkungen unterhalb der Dosis aufzuzeigen, die allgemein gesundheitsschädlich war. Wenn sich die Anwendbarkeit der ausgewählten Parameter zur Ermittlung immuntoxischer Wirkungen in Versuchen mit anderen Testsubstanzen bestätigt, wird das BgVV empfehlen, die Richtlinien der Europäischen Union entsprechend anzupassen und zu erweitern, um künftig einen besseren Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Der Ergebnisbericht der Ringstudie liegt als BgVV-Heft 04/1996 in englischer Sprache vor und kann zum Preis von 30,-- DM schriftlich oder per Fax bei der Pressestelle des BgVV angefordert werden.


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