Möglichkeiten des Einsatzes DNA-analytischer Verfahren zur Artendifferenzierung in der Lebensmittelüberwachung

Analytische Verfahren, die auf dem Nachweis bestimmter Sequenzen im Erbgut (DNA) beruhen, haben sich in der medizinischen Diagnostik etabliert. Für die Lebensmittelanalytik gewinnen sie im Zusammenhang mit dem Nachweis genetischer Veränderungen in Lebensmitteln, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden, an Bedeutung. DNA-analytischen Verfahren lassen sich außerdem einsetzen, um mikrobielle Kontaminationen und Lebensmittel-Verfälschungen nachzuweisen. So können beispielsweise die Identität von Bakterien erkannt, der schnelle Nachweis pflanzenspezifischer DNA geführt und die Herkunftstierart von Fleischproben bestimmt werden. In der Reihe der BgVV-Hefte ist jetzt ein Berichtsband erschienen, der einen Überblick über das Potential der DNA-Analytik auf dem Gebiet der Identitätsbestimmung von Lebensmitteln und Mikroorganismen gibt.

Der Nachweis artenspezifischer DNA-Sequenz im Erbgut erfolgt mit Hilfe einer DNA-Sonde, nachdem der fragliche Sequenzbereich des Erbgutes mit der PCR(Polymerasekettenreaktions-)Technik vervielfältigt wurde. Damit läßt sich DNA auch in geringsten Konzentrationen nachweisen. Die Identität von Organismen und Lebensmitteln kann nur dann bestimmt werden, wenn Erbsubstanz vorhanden ist und spezifische DNA-Sequenzen bekannt sind. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann die Technik, mit der ihr eigenen Spezifität, Schnelligkeit und Automatisierbarkeit, wertvolle Ergebnisse in der Routineanalytik liefern. Der Einsatz in der Lebensmittelkontrolle setzt die Standardisierung der Verfahren voraus.

Auf Einladung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, BgVV, haben Labors aus der Lebensmittelüberwachung, Wissenschaft und beteiligter Wirtschaft, insbesondere privatwirtschaftlich tätige Untersuchungslabors, das Potential DNA-analytischer Verfahren präsentiert. Noch bestehen erhebliche Wissenslücken, so muß z.B. das "qualitative" PCR-Verfahren für die Bearbeitung quantitativer Fragestellungen weiterentwickelt werden. Erste Methoden, die bereits heute zur Verfügung stehen, sollen in Arbeitsgruppen für die Aufnahme in die Amtliche Sammlung von Verfahren nach § 35 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes standardisiert werden.

"Neue Wege der Lebensmittelanalytik: DNA-analytische Verfahren zur Artendifferenzierung" ist als BgVV-Heft 09/1997 erschienen und kann schriftlich oder per Fax in der Pressestelle des BgVV angefordert werden. Der Preis beträgt DM 15,--


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