Meningitis-Epidemie in Rumänien - importierte Lebensmittel stellen keinen Risikofaktor dar

Seit Anfang Juli läuft eine Meningitis-Epidemie in Moldawien im Nordosten Rumäniens ab, wobei besonders die Städte Iasi, Neamt, Bacau, Bocosani, Suceava und im Schwarzmeergebiet Constanta betroffen sind. Bisher sind ca. 5.000 Personen erkrankt. Die Krankheitsverläufe der Meningitiden mit der Symptomatik Fieber, Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit werden als relativ leicht geschildert; Todesfälle sind nicht aufgetreten.

Es handelt sich um eine Enterovirusepidemie. Die rumänischen Virologen im Institut Cantacuzino, Bukarest, isolierten aus Patientenmaterialien ECHO-Viren der Typen 4,7 und 30. Dies ist für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Da in verschiedenen Orten unterschiedliche Virustypen dominieren, handelt es sich um keinen einheitlichen epidemischen Ausbruch. Andere Viren (West-Nile Virus, Polioviren, Coxsackiviren) konnten im Zusammenhang mit dieser Epidemie nicht gefunden werden.

Es wird angenommen, daß Kontakte zu verseuchtem Wasser (Badegewässer, verunreinigtes Trinkwasser) der Ausgangspunkt für die Epidemie waren und weiterhin enge Kontakte zu Erkrankten sie voranschreiten ließen. Es gibt keine Hinweise, daß andere Lebensmittel einen Risikofaktor darstellen. Nach Mitteilung der rumänischen Behörden werden aus den Epidemiegebieten ohnehin keine Lebensmittel exportiert. Bei Einhaltung der grundlegenden Regeln der persönlichen Hygiene und dem Vermeiden des Badens in nicht zugelassenen Gewässern kann das Ansteckungsrisiko deutlich reduziert werden. Bisher ist ein deutscher Tourist nach der Rückkehr aus Rumänien erkrankt. Der Patient konnte aber bereits wieder aus der Klinik entlassen werden.

Die Bekämpfungsmaßnahmen, die virologische Diagnostik und die epidemiologischen Analysen werden von den rumänischen Gesundheitsbehörden und Wissenschaftlern der beteiligten lokalen Institute mit hohem Einsatz und großer Sorgfalt vorangetrieben. Ein unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation stehendes Team aus Epidemiologen und Virologen aus dem Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, dem Robert-Koch-Institut und dem Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität München unterstützt sie dabei im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums in Bonn.


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