BgVV fordert alle Hersteller von Steinobstbränden auf, die Ethylcarbamat-Gehalte in Spirituosen zu senken

Bei Untersuchungen der Lebensmittelüberwachungsbehörden fallen immer wieder Steinobstbrände auf, die deutlich erhöhte Gehalte an Ethylcarbamat enthalten. Ethylcarbamat ist eine Verbindung, die natürlicherweise in fermentierten Lebensmitteln und Getränken vorkommen kann. Ethylcarbamat ist krebserregend und erbgutschädigend. Ein Grenzwert, dessen Unterschreitung gesundheitliche Risiken sicher ausschließt, kann nicht festgelegt werden. Die Ethylcarbamatgehalte müssen deshalb deutlich minimiert werden. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin fordert daher, dass die bereits vorhandenen und erprobten technischen Möglichkeiten zur Minimierung konsequent von allen Herstellern angewandt werden.

Mit der Problematik des Vorkommens von Ethylcarbamat in Steinobstbränden hat sich auch die DFG-Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln (SKLM) befaßt. Sie äußert erhebliche gesundheitliche Bedenken beim Auftreten erhöhter Gehalte an Ethylcarbamat in Lebensmitteln. Ethylcarbamat ist, unabhängig von der Herkunft, ein generelles Problem in Steinobstbränden.

Die bisher von den Herstellern getroffenen Maßnahmen zur Reduzierung der Ethylcarbamat-Gehalte haben insbesondere bei Produkten aus Großbrennereien zu einem Rückgang der Belastung geführt. Nicht alle Hersteller, vor allem aus dem Bereich Kleinbrenner, haben jedoch die verbesserten Technologien umgesetzt, die insbesondere im Bereich der Maische und Gärführung, aber auch bei der Destillationstechnik zur Verfügung stehen.

Ganz vermeiden lässt sich die Aufnahme von Ethylcarbamat wegen seines natürlichen Vorkommens in Lebensmitteln und Getränken jedoch nicht. Ziel muß deshalb eine möglichst europaweite konsequente Reduzierung der Gehalte über technologische Maßnahmen sein.

Das BgVV hat für die Brennereien ein Merkblatt entwickelt, in dem über entsprechende Maßnahmen in allen Stadien der Produktion informiert wird. Es kann bei der Pressestelle des BgVV über Fax unter der Nummer 030 8412 4970 bezogen werden.

Die Reihe der "BgVV Hefte" wurde um folgende Bände erweitert:

  • 03/1999 Erfordernisse und Möglichkeiten in der Schlachtgeflügel- und Schlachtfleischuntersuchung. Herausgegeben von L. Ellerbroek DM 15.-
  • 04/1999 Bibliography on Microwave Heating of Food. Compiled by L. Dehne DM 30.-
  • 05/1999 Proceedings of the European Research Project SMT4-CT96-2072 "Developments of Methods to Identify Foods Produced by Means of Genetic Engineering" Edited by J.Zagon, H. Broll, G. A. Schreiber, M. Schauzu DM 15.-
  • 06/1999 Bericht über die epidemiologische Situation der Zoonosen in Deutschland für 1997 Herausgegeben von M. Hartung DM 30.-

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