Mit Unabhängigkeit und Transparenz zu besserem Verbraucherschutz


13/2003, 20.05.2003


Seit heute steht er an der Spitze des Bundesinstituts für Risikobewertung: Professor Andreas Hensel, Veterinärmediziner und Hygieniker, Experte auf den Gebieten der Mikrobiologie, Molekularbiologie und Infektiologie. In sein neues Amt als Präsident hat ihn die Frau eingeführt, die im November vergangenen Jahres das Bundesinstitut für Risikobewertung federführend aus der Taufe hob: Bundesministerin Renate Künast. Mit der Trennung von Risikobewertung und Risikokommunikation vom Risikomanagement wagte sie den mutigen Schritt, eine von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen unabhängige Wissenschaftseinrichtung ins Leben zu rufen. Andreas Hensel hat die Herausforderung mit dem Antritt des Amtes angenommen. Durch Kompetenz und Transparenz will er den Schutz des Verbrauchers stärken und das BfR zu einer international renommierten wissenschaftlichen Einrichtung auf dem Gebiet der Risikobewertung ausbauen.

"Krisen vermeiden, bevor sie entstehen" überschreibt Hensel die Zielrichtung seiner Arbeit, unterstreicht aber die Notwendigkeit, im Krisenfall sorgfältig zwischen vorhandenem Wissen und bestehenden Wissenslücken zu trennen. Wichtigste Aufgabe des Instituts wird es somit sein, mögliche Risiken in Lebensmitteln, Futtermitteln, Stoffen und Produkten frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, um sie schnell und nachhaltig zu verringern. Dagegen gehört die Überwachung von Lebensmitteln und Produkten nicht zu den Aufgaben des Instituts. Sie bleibt Aufgabe der Bundesländer. Die fachliche Prüfung und Einschätzung globaler Informationen und Daten im Hinblick auf bisher verborgene Risiken wird im BfR durch eigene Forschung ergänzt. Für mehr Sicherheit von Lebensmitteln, Futtermitteln, Stoffen und Produkten arbeitet das Institut im internationalen Kontext und in enger Kooperation mit der neuen Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung berät das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sowie andere Bundesministerien in wissenschaftlichen Fragestellungen. Das Institut arbeitet damit indirekt (über den Gesetzgeber), aber auch direkt für den Verbraucher. Seine Sicherheit steht im Mittelpunkt. Er soll einbezogen und umfassend informiert werden. Denn nur ein informierter Verbraucher hat die Freiheit selbst zu bestimmen, welche Risiken er eingehen will und welche nicht. Verbraucher und Verbrauchervertreter werden deshalb im BfR eine wichtige Rolle spielen. Ebenso wie Politik, Wissenschaft und Wirtschaft werden sie in den Komitees des Instituts vertreten sein und können so ihr Wissen in die Bewertungsarbeit einbringen. Das BfR will aber noch einen Schritt weitergehen und auch auf die Verbraucher zugehen, die sich bislang nicht aktiv engagiert haben. So will das Institut sicherstellen, dass sich die Arbeit an den Bedürfnissen der Verbraucher orientiert.

Angesichts einer Überflutung mit "Experten"-Meinungen will das BfR erschöpfende und fachlich fundierte Information zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Der Verbraucher hat einen Anspruch darauf, Antworten auf seine Fragen zu erhalten, wann immer dies möglich ist. Aber auch die Grenzen der Wissenschaft müssen offen kommuniziert werden. Risikokommunikation im BfR wird Verbraucher und Verbrauchervertreter einbeziehen und in Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen Einrichtungen der Risikobewertung erfolgen.

"Ich würde mich freuen", so der Präsident des BfR, "wenn es uns mit wissenschaftlich unabhängiger Kompetenz, konsequenter Transparenz und über die Einbeziehung des Verbrauchers in die Risikobewertung gelänge, das Vertrauen des Verbrauchers in die Sicherheit von Lebensmitteln zurück zu gewinnen".

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