BfR-Statusseminar zu Uran in Lebens- und Futtermitteln


26/2005, 01.08.2005


Die Bedeutung von Uran in Mineralwässern und die Fragen nach dem Risiko uranhaltiger Mineraldünger wurden in den letzten Wochen nicht nur auf Fachebene, sondern zunehmend auch in der Öffentlichkeit diskutiert. Aus diesem Anlass hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am 21. Juli 22 externe Fachleute aus Forschung und Fachbehörden zu einem Statusseminar „Uran als Schwermetall in Lebens- und Futtermitteln – Uran als radioaktives Element“ nach Berlin eingeladen. Auf der Veranstaltung haben die Experten den aktuellen Erkenntnisstand vorgestellt und diskutiert. Ein erstes Ergebnis: Für die Verbraucher lässt sich derzeit kein nennenswertes gesundheitliches Risiko durch Uran in Lebens- und Futtermitteln erkennen. Gleichwohl wurden bei bestimmten Fragen zum Übergang von Uran aus Böden in die verschiedenen Stufen der Nahrungskette noch Kenntnislücken festgestellt, die Gegenstand laufender und geplanter Forschungsvorhaben sind.

Uran ist ein in der Umwelt weit verbreitetes radioaktives Schwermetall. Uranverbindungen sind natürliche Bestandteile bestimmter Gesteine und Mineralien und kommen in Wasser, Boden und Luft vor. Spuren von Uran sind daher auch in vielen Lebens- und Futtermitteln sowie in manchen Trink- und Mineralwässern nachweisbar.

Der Mensch nimmt täglich mit der Nahrung durchschnittlich etwa ein bis vier Mikrogramm Uran zu sich. Ungefähr die Hälfte stammt aus Getränken und Trinkwasser. Deshalb standen auf dem Statusseminar neben der gesundheitlichen Beurteilung des BfR von Uran in Mineralwässern (vgl. BfR-Pressedienst 22/2005) auch die Bewertung von Uran im Trinkwasser im Vordergrund.

Weitere Diskussionsbeiträge beschäftigten sich mit dem Verhalten von Uran in der Nahrungskette. Besonderes Augenmerk wurde in diesem Zusammenhang der Bedeutung von Uran in phosphathaltigen Düngemitteln gewidmet. Ausgewählte Fragestellungen zum Verhalten von Uran im Boden und dem Übergang in die Nahrungskette sind Gegenstand laufender sowie geplanter Forschungsvorhaben.

Bei der Diskussion des Gefährdungspotenzials von Uran wurde neben der chemischen Toxizität von Uran im Kreis der Fachleute auch die radiotoxische Bedeutung dieses Elements thematisiert. Es bestand Einigkeit darüber, dass bei der gesundheitlichen Bewertung von Uran in Lebens- und Futtermitteln zukünftig die chemische Wirkung und die Strahlenwirkung gemeinsam berücksichtigt werden sollten. Im Zusammenhang mit den Erkenntnissen zu Urankontaminationen im Erzbergbau wurden auf dem Seminar Erfahrungen bestätigt, dass bei der Analyse von Proben und der Bewertung von Uran stets die unterschiedlichen chemischen Bindungsformen berücksichtigt werden müssen.

Grundsätzlich gilt für alle Stoffe mit toxischem Potenzial, dass deren Aufnahme aus Vorsorgegründen so niedrig wie möglich gehalten werden sollte. Daher empfiehlt das BfR aus Gründen des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes, Maßnahmen zur Verminderung der Uranaufnahme über Mineralwasser zu ergreifen. Für Mineralwasser, das als „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ ausgelobt wird, sollten gesonderte Regelungen gelten.

Das BfR stellt fest, dass der derzeitige auf dem Statusseminar dargestellte wissenschaftliche Kenntnisstand kein nennenswertes gesundheitliches Risiko für den Menschen durch Uran in Lebens- und Futtermitteln erkennen lässt.

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