EHEC-Keime auf spanischen Gurken stimmen nicht mit dem Erreger-Typ der betroffenen Patienten überein


13/2011, 01.06.2011


Ein virulenter EHEC-Stamm O104:H4 ist verantwortlich für den derzeitigen Ausbruch von EHEC Infektionen. Im Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt konnten Salatgurken aus Spanien als Träger von EHEC identifiziert werden. Diese Proben wurden im Nationalen Referenzlabor für E.coli des Bundesinstituts für Risikobewertung genauer untersucht und typisiert. Keine der vier Proben zeigte den Serotyp O104:H4 des Erregers, der aus den Stuhlproben der Patienten isoliert wurde. „Die Quelle der anhaltenden Infektionen ist noch nicht ermittelt“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Es gilt weiterhin zu klären, an welcher Stelle in der Lebensmittelkette die Belastung mit Keimen erfolgt ist.“

EHEC sind schwierig zu erkennen, da sich diese Bakterien in ihren allgemeinen Eigenschaften nicht von harmlosen E.coli-Bakterien der Darmflora unterscheiden. Um EHEC sicher zu identifizieren, müssen daher in spezialisierten Laboratorien Shiga- bzw. Verotoxine, andere EHEC-typische Merkmale und der Serotyp bestimmt werden.

Die bisherigen epidemiologischen Untersuchungen des Robert Koch-Instituts weisen daraufhin, dass die jüngsten Infektionen mit EHEC mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten erfolgt sind. Vergangene Woche konnte durch das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt (HU) der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Salatgurken aus Spanien als Träger von EHEC identifiziert werden. Bisher zeigte sich im Hamburger Institut aber bei den zwei bisher untersuchten Proben keine Übereinstimmung mit den Erregern des Typs O104:H4, die aus den Stuhlproben der Patienten isoliert wurden. Dem Nationalen Referenzlabor für E. coli im Bundesinstitut für Risikobewertung wurden vier Proben zur Verfügung gestellt, um die Erreger zu typisieren.

Das Nationale Referenzlabor hat mit einer validierten spezifischen und schnellen Methode (Echtzeit-PCR) den Erreger-Typ der vorliegenden Proben bestimmt. Hierbei wird sowohl auf die Shiga Toxin Gene als auch auf das O104 Gen gleichzeitig getestet.

Bei allen vier Proben konnten keine EHEC O104:H4 nachgewiesen werden. In zwei der vier Proben wurden Shigatoxin-bildende E. coli eines anderen Serotyps gefunden.

Solange die Quelle der anhaltenden Infektionen nicht zweifelsfrei ermittelt und geschlossen ist, sind die Verbraucherinnen und Verbraucher zur Vorsicht aufgerufen. Noch ist unklar, an welcher Stelle in der Lebensmittelkette die Belastung mit Keimen erfolgt ist. Unabhängig davon empfiehlt das BfR weiterhin vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren.

Alle Personen mit Durchfall sollten darauf achten, dass strikte Hände-Hygiene eingehalten wird, insbesondere gegenüber Kleinkindern und immungeschwächten Personen. Die Empfehlungen zur guten Küchenhygiene, wie sie das Bundesinstitut für Risikobewertung in seinem Merkblatt zur Vermeidung von EHEC-Infektionen beschreibt, sind weiterhin gültig (www.bfr.bund.de).

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


Download Pressebild EHEC

EHEC


Mikroskopaufnahme von zwei E.coli-Bakterien zur freien Verwendung (Quelle: BfR)

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