Mikroplastik - Fakten, Forschung und Fragen


21/2019, 06.06.2019


Mikroplastik kann in Lebensmittel gelangen. Aber welche gesundheitlichen Risiken entstehen dadurch? Anlässlich des Internationalen Tages der Lebensmittelsicherheit (World Food Safety Day) lädt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am 6. und 7. Juni 2019 zum 18. Verbraucherschutzforum in Berlin ein. „Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Hinweise, dass von Plastikpartikeln in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken für den Menschen ausgehen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Für eine umfassende Risikobewertung  brauchen wir aber verlässlichere Daten zur Partikelgröße und zum Gehalt in Lebensmitteln.“ Erste eigene Untersuchungen des BfR mit verschiedenen Partikelgrößen zur oralen Aufnahme ergaben, dass Mikroplastik weder den Magen noch das Darmgewebe schädigt.

Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen:

Weitere Informationen:

Die 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 7.Juni zum Internationalen Tag der Lebensmittelsicherheit erklärt. In diesem Jahr wird der Tag zum ersten Mal offiziell als weltweiter Aktionstag begangen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Lebensmittelsicherheit und der Bekämpfung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Der internationale Tag der Lebensmittelsicherheit soll Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch Lebensmittelproduzenten, einschlägige internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Forschung und Wissenschaft sowie Regierungen und Behörden weltweit auf ein Thema aufmerksam machen, das meist unsichtbar bleibt - bis lebensmittelbedingte Krankheitsfälle auftreten.

Am Internationalen Tag der Lebensmittelsicherheit soll auch das Thema „Mikroplastik in Lebensmitteln“ Beachtung finden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das BfR haben den Eintrag von Mikroplastik über Lebensmittel analysiert und dabei festgestellt, dass nur ein sehr kleiner Teil vom Körper aufgenommen wird. Aufgrund des derzeitigen Kenntnisstands in der Wissenschaft wird daher angenommen, dass das akute gesundheitliche Risiko durch Mikroplastik gering ist. Zum gesundheitlichen Gefährdungspotenzial bei chronischer Aufnahme von Mikroplastik ist bisher noch zu wenig bekannt. Darüber hinaus müssen die Analysemethoden verbessert werden, um Mikroplastik nachzuweisen.

Fest steht auch: Mikroplastik hat sich auf der gesamten Welt verteilt. Die globale Vernetzung von Produktions- und Handelsprozessen bringt neue Herausforderungen für die Sicherheit von Lebensmitteln mit sich. Mit der Kampagne „EU and My Food“ verdeutlicht die EFSA, wie wichtig dabei die länderübergreifende Kooperation im gesundheitlichen Verbraucherschutz in diesem Bereich ist. Dies gilt auch für Mikroplastik in Lebensmitteln.

Dieser Notwendigkeit trägt auch der vom BfR herausgegebenen EU-Almanach „Lebensmittelsicherheit“ Rechnung. Er nennt und beschreibt die jeweils zuständigen staatlichen Behörden der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit in Europa. Der Überblick über die organisatorischen Zusammenhänge und die Zusammenarbeit in der Europäischen Union erleichtert nicht nur die Suche nach europäischen Partnern, sondern vermeidet auch Doppelarbeit und fördert die Klarstellung von Zuständigkeiten im Bereich der Lebensmittelsicherheit

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Fragen und Antworten 1


Publikationen - EU-Almanach 1


Schlagworte


Es befinden sich keine Dokumente auf Ihrem Merkzettel

Es befinden sich keine Dokumente in Ihrem Warenkotb

Cookie-Hinweis

Die BfR-Webseite verwendet nur Cookies, die notwendig sind, um die Webseite nutzerfreundlich zu gestalten. Weitere Informationen enthält unsere Datenschutzerklärung.