Bundesinstitut für Risikobewertung stärkt gesundheitlichen Verbraucherschutz weltweit


30/2019, 14.08.2019


Ob Honigmelone, Zimtstange oder Rindersteak: bis ein Lebensmittel im Supermarktregal liegt, wurde es oftmals über viele Ländergrenzen transportiert. Welche gesundheitlichen Risiken müssen dabei berücksichtigt werden? Wie lassen sich diese angesichts weltweiter Warenströme am besten bewerten und eingrenzen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die jährliche „BfR-Summer Academy“, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum achten Mal veranstaltet. Vom 12. bis zum 23. August 2019 setzen sich 37 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Afrika, Asien, Europa sowie Lateinamerika mit der Risikobewertung und -kommunikation auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit auseinander. „In Zeiten der Globalisierung gilt es, den gesundheitlichen Verbraucherschutz weltweit im Blick zu haben und zu verbessern“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Bei der Summer Academy lernen die Teilnehmer aus vielen verschiedenen Ländern, vernetzt zusammenzuarbeiten und erfahren mehr über Risikobewertung und Risikokommunikation.“

Die BfR-Summer Academy soll die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Lage versetzen, nicht nur selbst gesundheitliche Risikobewertungen zu erstellen, sondern dieses Wissen auch in ihrer Heimat weiterzugeben. In der ersten Woche werden dazu Grundlagen der Bewertung von Risiken sowie ein Einblick in die deutschen und europäischen rechtlichen Rahmenbedingungen vermittelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, Ausmaß und Bedeutung eines gesundheitlichen Risikos verbrauchergerecht zu kommunizieren. Ein Themenblock widmet sich der Frage, wie die Aufnahme von Stoffen durch den Menschen berechnet und bewertet wird. In der zweiten Woche stehen unter anderem Workshops zur Bewertung von Pflanzenschutzmittelrückständen und von unerwünschten, unabsichtlich hinzugefügten Stoffen in Lebensmitteln auf dem Programm.

Die Teilnehmenden stammen aus 20 Staaten, darunter Aserbaidschan, Belarus, Brasilien, Cabo Verde, China, Georgien, Indien, Saudi-Arabien und der Türkei. Sie arbeiten zumeist bei staatlichen Einrichtungen, die sich mit dem Thema Lebensmittelsicherheit befassen. Zu den Vortragenden gehören Expertinnen und Experten des BfR, des Max Rubner-Instituts (MRI), des schweizerischen Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie des niederländischen Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM).

Die BfR-Summer Academy trägt dazu bei, das europäische System der gesundheitlichen Risikobewertung weltweit zu verbreiten und die Standards international zu vereinheitlichen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die meisten Staaten weltweit Lebens- und Futtermittel importieren und exportieren. Gleichzeitig nimmt die Vielfalt von Lebensmitteln mit den internationalen Warenketten stetig zu, so dass auch die Anforderungen an die wissenschaftliche Bewertung und Kommunikation möglicher gesundheitlicher Risiken angesichts der weltweiten Warenströme steigen. Die hohen europäischen Standards, die Vorschriften und das Wissen hinsichtlich der Qualität, Sicherheit und Hygiene von Lebensmitteln sind daher von besonderer Bedeutung, wenn es darum geht, global gehandelte Produkte sicherer zu machen.

Die BfR-Summer Academy findet seit dem Jahr 2012 statt. Seitdem nahmen mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 50 Ländern an der Fortbildung teil.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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