Bevölkerung hält Coronavirus-Pandemie immer noch für relevant


25/2020, 11.08.2020


Seit dem 27. März 2020 veröffentlicht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) regelmäßig die Ergebnisse des „BfR-Corona-Monitors“. Die wiederkehrende Umfrage dokumentiert seit nunmehr 20 Wochen, wie die Bevölkerung in Deutschland das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus einschätzt und welche Befürchtungen die Menschen dabei besonders umtreiben. „Obwohl man in der Bevölkerung einen gewissen Gewöhnungseffekt an die Pandemie beobachten kann, ist das Thema für sie nach wie vor relevant“, kommentiert BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel die aktuelle Zwischenbilanz der Studie. „Die meisten Menschen informieren sich aktiv über das Geschehen, halten sich an die staatlichen Anordnungen und ergreifen selbstständig Maßnahmen, um einer Infektion mit dem Virus vorzubeugen.“

Zentrale Trends in der Übersicht:

Die Sorge vor den Auswirkungen des Coronavirus
Seit Juni werden die Umfrageteilnehmenden gefragt, inwieweit sie über mögliche Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf verschiedene Lebensbereiche beunruhigt sind. Hierbei wird deutlich, dass die Sorge über die eigene wirtschaftliche Situation und die sozialen Beziehungen tendenziell etwas stärker ausgeprägt ist als die Sorge um die eigene körperliche und psychische Gesundheit. Die Beunruhigung um die körperliche Gesundheit fällt dabei bei älteren Personen im Schnitt höher aus als bei jüngeren Personen.

Die Rolle der Infektionsquellen
Die Umfrage erfasst seit März, wie die Bevölkerung verschiedene Übertragungswege für das neuartige Coronavirus einschätzt. Die Mehrheit (in der aktuellen Befragung 63 Prozent) stuft dabei stets die Wahrscheinlichkeit, sich durch die Nähe zu anderen Menschen mit dem Coronavirus zu infizieren, als hoch ein. An zweiter Position folgt der Kontakt mit Türklinken (47 Prozent). Als weitere mögliche Übertragungswege werden zudem Bargeld, Spielzeug sowie Geschirr und Besteck angesehen. Eine Ansteckung über Kleidung, Lebensmittel oder Haustiere wurde hingegen zu nahezu allen Zeitpunkten als vergleichsweise niedrig eingeschätzt.

Akzeptanz der staatlichen Maßnahmen
Die vom Bund und den Ländern eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus trafen direkt nach ihrer Einführung im März auf große Akzeptanz durch die Bevölkerung in Deutschland. Obwohl sich die Mehrheit stets für die Maßnahmen aussprach, zeigte sich über die folgenden Monate teilweise ein deutlicher Rückgang der Akzeptanz. So wurden beispielsweise die Kontaktbeschränkungen anfangs von 92 Prozent als angemessen eingestuft, Anfang Mai hingegen nur noch von 67 Prozent. Die teilweise gelockerten, nun aktuell geltenden Maßnahmen nehmen die Befragten größtenteils positiv wahr. So werden die gelockerten Kontaktbeschränkungen in der aktuellen Befragung von 80 Prozent als angemessen eingestuft.

Ein ähnliches Muster zeigt sich auch für die Maßnahme der Maskenpflicht. Während sie direkt nach der Einführung im April eine hohe Akzeptanzrate von 86 Prozent aufwies, sank dieser Wert nach einigen Wochen auf bis zu 73 Prozent (Befragung vom 12. Mai 2020). Jetzt, nachdem die Maskenpflicht seit mehreren Wochen besteht, ist die Akzeptanz für diese Maßnahme dagegen wieder deutlich angestiegen – 92 Prozent stufen die Maßnahme aktuell als angemessen ein.

Die Bedeutung der Medien
Über den gesamten Befragungszeitraum hinweg zeigt sich, dass sich der Großteil der Befragten gut über das Geschehen rund um das neuartige Coronavirus informiert fühlt. Dennoch lässt sich im Verlauf der letzten Wochen eine leicht sinkende Tendenz beobachten: Während im März und April stets mehr als 70 Prozent angaben, sich gut informiert zu fühlen, liegt dieser Wert in den letzten Wochen nur noch bei knapp über 60 Prozent. Insgesamt wird zu allen Zeitpunkten das Fernsehen am häufigsten als Informationskanal von den Befragten genannt. In der Altersgruppe der 14- bis 39-Jährigen wird jedoch auch das Internet sehr häufig als Quelle herangezogen (72 Prozent in der aktuellen Woche). In dieser Altersgruppe ist die Nutzung sozialer Medien zu Informationszwecken zudem am höchsten (aktuell 46 Prozent).

Wie geht es weiter?
Der BfR-Corona-Monitor wird auch im August fortgesetzt. Die Befragung erfolgt weiterhin alle zwei Wochen und wird jeweils rund 1.000 Personen umfassen.

Das BfR aktualisiert ständig seine FAQs zum Thema Coronavirus.

Über den BfR-Corona-Monitor

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Zwischen dem 24. März und 26. Mai 2020 wurden dazu jede Woche rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu ihren Schutzmaßnahmen befragt. Seit Juni 2020 wird die Befragung im Zwei-Wochen-Rhythmus mit jeweils rund 1.000 Befragten fortgeführt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


BfR-Corona-MONITOR

Alle Ausgaben

Es befinden sich keine Dokumente auf Ihrem Merkzettel

Es befinden sich keine Dokumente in Ihrem Warenkotb

Cookie-Hinweis

Die BfR-Webseite verwendet nur Cookies, die notwendig sind, um die Webseite nutzerfreundlich zu gestalten. Weitere Informationen enthält unsere Datenschutzerklärung.