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Risk characterization of ciguatera food poisoning in Europe to determine the incidence and epidemiological characteristics of ciguatera cases in Europe (EuroCigua)

04/2016-04/2020

Das Drittmittelprojekt wird im Rahmen der BfR-Forschung zum Nachweis von Kontaminanten und zur Bewertung chemischer Risiken durchgeführt.

Förderkennzeichen der EFSA: GP/EFSA/AFSCO/2015/03

Internetseite des Drittmittelprojektes: www.aecosan.msssi.gob.es/AECOSAN/web/ciguatera/home/aecosan_home_ciguatera.htm

Beschreibung des Projektes:

Auslöser für Ciguatoxin-Vergiftungen sind Stoffwechselprodukte von Mikroalgen, die ihren natürlichen Lebensraum in den Korallenriffen des Karibischen Meeres sowie des Pazifischen und Indischen Ozeans haben. Von diesen Mikroorganismen ernähren sich pflanzenfressende Fische. Werden die kleinen Fische von größeren Raubfischen gefressen, können sich die Ciguatoxine anreichern und in die Nahrungskette des Menschen gelangen. Das Projekt EuroCigua erfasst zunächst die Häufigkeit von Ciguatera-Fällen und ciguatoxischen Fischen in Europa. Darüber hinaus entwickeln und etablieren die Beteiligten neue verlässliche Methoden zum Nachweis des Vorkommens von Ciguatoxin in Fisch und Mikroalgen. Der Nachweis von Ciguatoxinen stellt hohe Anforderungen an die Analysemethoden, da die Toxine in sehr niedrigen Konzentrationen wirksam sind. Zudem treten sie in vielen verschiedenen chemischen Strukturen auf - abhängig von den Fanggebieten. Bislang liegt keine Analysemethode vor, mit der Fisch routinemäßig auf Ciguatoxine untersucht werden kann.

Waren die Ciguatera-Fälle bisher auf bestimmte Regionen der Welt begrenzt, so melden Spanien und Portugal seit 2008 Ausbrüche von Ciguatoxin-Vergiftungen auf den Kanarischen Inseln und Madeira. Auch in Deutschland gab es seit 2012 jedes Jahr mindestens einen Ciguatera-Ausbruch mit bis zu 20 betroffenen Personen. Mithilfe von EuroCigua wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein besseres Verständnis der zeitlichen und räumlichen Verteilung des für die Vergiftungen verantwortlichen Mikroorganismus Gambierdiscus spp. in europäischen Gewässern erlangen. Zudem analysieren sie, ob Ciguatoxin in Fischen aus EU-Gewässern enthalten sein könnte.

Ein wichtiger Teil des Projektes ist die Ciguatera-Prävention. In einem Faltblatt haben die Experten Empfehlungen zur Verminderung des Risikos einer Lebensmittelvergiftung in den betroffenen Gebieten zusammengestellt. Ciguatoxin ist hitzestabil und wird bei der Zubereitung von Fisch nicht zerstört. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und kann daher mit bloßem Auge nicht erkannt werden. Eine Ciguatoxin-Vergiftung geht mit einer großen Vielfalt klinischer Symptome einher, zu denen Magen-Darm- und vor allem neurologische Störungen wie eine Umkehr des Kalt-Warm-Empfindens gehören. Beim Auftauchen der ersten Symptome sollten Betroffene schnellstmöglich ärztliche Hilfe suchen und das zuständige Veterinäramt informieren.

Teilprojekte des BfR:

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projektes.




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